# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1859_S360 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 360 Vergleichung Luthers mit Arnd und August H. Francke in Absicht ꝛc. Gold, eitel ewiges Leben sein? Daß aber solches nicht geschieht, ist ein Zeichen, daß der alte Adam und der Teufel uns immerdar herunter ziehen vom Glauben und vom Wort. Darum so lerne es, es muß beides sein: das Wort mußt du haben und darnach dich mit dem Glauben an das Wort halten und, so viel möglich ist, daran nicht zweifeln; alsdenn sollst du haben alles, was das Wort dir zusagt und du zu Erhaltung Leibes und der Seelen bedarfst.“ Aus diesem allem sieht man, Luther gebraucht das zu dem Gichtbrüchigen gesprochene Wort also, daß er es als ein an alle Getaufte gerichtetes nimmt, indem es im Evangelio, in der Absolution und in den Sacramenten enthalten sei. Er schreibt daher ferner: „Als nun unser lieber HErr Christus dem Gichtbrüchigen also predigte und ihm seine Sünde vergeben hat, heben die Schriftgelehrten an und gedenken, Christus lästere Gott, daß Er will Sünde vergeben. Solches ist auch ein nöthig Stück, da viel an gelegen ist; darum wirs auch fleißig sollen merken. Denn das siehet man an allen Schwärmern und Rottengeistern durchaus, daß sie alle in dem Irrthum sind, daß sie nicht verstehen, wie die Sünden vergeben werden. Denn frage den Pabst und alle seine Doctores, so werden sie dir nicht können sagen, was die Absolution ausrichte; denn auf dieser Lehre besteht das ganze Pabstthum: die Gnade werde dem Menschen eingegossen durch eine heimliche Wirkung; wer dazu kommen wolle, der müsse reuen, beichten und genugthun. So man aber fragt, was die Absolution und die Schlüssel thun, sprechen sie, es sei eine äußerliche Ordnung, die in der Kirche gehalten werde. Stellen also die Vergebung der Sünden nicht auf das Wort und den Glauben, da sie doch muß aufgestellt werden; sondern auf unsere Reue, Beichte und Genugthuung.. Also sagen die Wiedertäufer auch: Was sollte die Taufe zur Vergebung der Sünden thun? Ists doch nur eine Hand voll Wassers. Der Geist muß es thun, so wir recht von Sünden sollen rein werden; das Wasser kann's nicht thun. Ziehen also Vergebung der Sünden auch vom Wort hinweg und wollen es bei dem nicht lassen bleiben, wie die frommen Leutlein hie sagen, daß solche Macht den Menschen gegeben sei. Die Sacramentsschwärmer sagen auch also: Es sei im Sacrament nur Brod und Wein; darum könne man Vergebung der Sünden da nicht finden, der Geist müsse es geben, das Fleisch sei kein nütz. In Summa: kein Rottengeist, kein Pfaff, noch Mönch hat das können sehen, daß Vergebung der Sünden sei eine Macht, den Menschen gegeben, wie es hie stehet im Evangelio. Darum lerne hie, daß du so könnest von der Sache reden: Ich weiß wohl, bekenne auch, daß Gott allein die Sünde vergibt; aber ich muß auch dies wissen, wobei ich's merken könne, daß die Sünden mir vergeben sind, oder welches das Mittel sei, dadurch die Sünden mir vergeben werden. Da lehret die heil. Schrift mich und alle Christen, wenn ich Vergebung der Sünden will haben, müsse ich mich nicht in Winkel setzen und sagen: Mein Gott, vergib mir meine Sünde; und alsdann