# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1859_S359 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vergleichung Luthers mit Arnd und August H. Francke in Absicht ꝛc. 359 lution, die nun, nachdem Christus aller Menschen Sünde getilgt und Gott versöhnt hat, allen Menschen gesprochen werden solle. Daher den Christus auch sagt, daß die Jünger, so sie in ein Haus kommen, mit der Absolution eintreten sollen: Friede sei mit euch! Luther fährt fort: „So liegt es nun alles daran, daß dein Herz solcher Zusagung sich annehme und halte es für wahr, daß Gott dir wolle um Christi willen gnädig sein. Wie wir hie sehen mit dem Gichtbrüchigen; den ermahnet der HErr aufs erste zum Glauben, da er spricht: Sei getrost, mein Sohn, zweifle nicht, deine Sünden sind dir vergeben. So bald nun der Gichtbrüchige solchem Worte gläubet, waren ihm seine Sünden wahrhaftig vergeben. Also kommen wir noch heutiges Tages zur Vergebung der Sünden, wenn der Kirchendiener oder ein anderer Christ zu dir spricht: Gott zürnet nicht mit dir, zürne nur du mit ihm nicht; denn um seines Sohnes Jesu Christi willen hat er dir alle deine Sünden vergeben. Da sollt du mit aller Macht solcher Zusagung gläuben und dich ehe zureißen lassen, denn daß du daran zweifeln wolltest; denn so du zweifelst, hilft dich die Absolution nichts, wenn gleich Gott mit allen seinen Engeln solche Absolution selber mündlich über dich spräche.. Also soll Wort und Glauben fein beisammen stehen; denn es kann keines ohne das andere sein. Wer da gläubt und hat das Wort nicht, der gläubt wie die Türken und Jüden; die sagen auch wohl, Gott sei gnädig und barmherzig, aber es fehlt ihnen an der Zusage, denn Gott will außer Christo nicht gnädig sein. Also auch wer das Wort hat und den Glauben nicht, da schafft das Wort auch nichts bei; daß also Wort und Glauben gleich als zur Ehe zusammengegeben und keines sich vom andern kann scheiden lassen. Ein Schwärmer gläubt, es soll noch in vier Wochen der jüngste Tag kommen; solcher Glaube ist eine lautere Lügen, denn es ist kein Wort dabei. Ein Türke gläubt, er wolle seines Mahomets zur Seligkeit genießen, aber es ist eine lautere Lügen, denn es ist kein Wort dabei. Also gläubt der Pabst auch, ein Christ müsse mit eigenen Werken sich gen Himmel fördern; aber es ist ein falscher Glaube, denn es mangelt am Wort und der Zusagung. Also kann es wohl sein, daß man einen Glauben hat, aber weil es am Worte mangelt, ist es kein rechter Glaube, sondern ein bloßer ungegründeter Wahn, da nimmermehr nichts aus wird. Uns Christen aber mangelts nicht am Wort, denn das Wort haben wir von Gottes Gnaden recht und rein. Es mangelt uns aber am Glauben, daß wir nicht so fest am Wort können halten, als wir sollten, so doch jene ohne Wort fest und stark gläuben können. Das macht der Teufel und die Erbsünde, die zeucht uns also vom Wort der Wahrheit zu der Lügen, daß wir derselben gern gläuben.. Denn rechne du, so ichs recht und vollkommen könnte gläuben, daß Christus hie zum Gichtbrüchigen sagt und zu mir und dir in der Taufe auch gesagt ist worden und in der Absolution, auch in öffentlicher Predigt täglich gesagt wird, daß ich mich keines Zorns und Ungnade zu Gott versehen soll, meinst du nicht, ich würde vor Freuden auf dem Kopfe gehen? Es würde mir alles eitel Zucker, eitel