# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1859_S358 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 358 Vergleichung Luthers mit Arnd und August H. Francke in Absicht ꝛc. erworben sei. Antwort: Daher kömmt sie, daß IEsus Christus, Gottes Sohn, vom Himmel kommen und Mensch worden, für unsere Sünde gelitten hat und gestorben ist.. Denn solcher Schatz kömmt nicht zu uns ohne Mittel und Verdienst. Die Jüden, Türken, falsche Christen und Werkheiligen rühmen auch, daß Gott barmherzig sei, und ist kein Mensch auf Erden, der nicht wisse von Gottes Gnade zu sagen; und fehlen doch alle, daß sie keine Gnade und Vergebung der Sünde erlangen. Das macht, sie wissen nicht, wie man dazu komme, d. i., sie haben den Schatz nicht, in dem sie lieget und daher sie fleußt, fahren in ihrer Blindheit und wollens mit ihrem Thun, strengen Leben und eigener Heiligkeit ausrichten, damit sie nur Gottes Zorn und Ungnade schwerer machen. Denn es ist beschlossen, daß ohne und außer dem Christo niemand vor Gott kommen, keine Gnade finden, nach der allergeringsten Sünde Vergebung erlangen soll.. Siehe, das ist das andere Stück, so zu der Predigt von diesem Artikel gehört. Das dritte: wie oder wodurch wird uns nun solche Gerechtigkeit heimgebracht, daß wir den Schatz, durch Christum erworben, empfahen? .. Gott hat solchen Schatz in das mündliche Wort oder Predigtamt gefasset und will es nicht im Winkel oder heimlich im Herzen ausrichten, sondern öffentlich unter die Leute ausgeschrieen und ausgetheilt haben, wie Christus befiehlt Marc. 16: Gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium allen Creaturen ꝛc. Solches thut er nun darum, daß man es gewiß sei, wie und wo man solche Gnade suchen und warten müsse, auf daß es in der Christenheit in einerlei Weise und Ordnung gehe und niemand ein Eigenes fürnehme, und nach eigenen Gedanken fahre, damit er nicht sich und andere betrüge; wie sonst gewißlich folgen würde... Also gehöret auch dies Stück, nehmlich das äußerliche Wort oder Predigt in der Christenheit, dazu, daß man Vergebung der Sünde oder die christliche Gerechtigkeit erlange, als eine Röhre und Mittel, dadurch Christus und seine Gnade uns offenbaret und fürgetragen oder in den Schoos geleget wird, ohne welche niemand des Schatzes nimmermehr möchte gewahr werden.“ Noch deutlicher setzt dies Luther in seiner Predigt über das bezeichnete Ev. in der Hauspostille auseinander. Er beginnt diese Predigt sogleich mit den Worten: „Aus dem heutigen Ev. sollen wir vornehmlich merken die gnadenreiche Predigt, welche Gott den Menschen gegeben hat, daß wir hie auf Erden untereinander sprechen können: Dir sind deine Sünden vergeben; auf daß wir mit den frommen Leutlein hie uns solches verwundern und Gott von Herzen danken, daß er solche Macht den Menschen gegeben hat. Denn es ist wahrlich eine große Gewalt, daß ein Christ zum andern sagen kann: Mein Bruder sei unerschrocken, du hast einen gnädigen Gott; gläube nur der Zusagung, die ich dir thue im Namen IEsu, so soll es so gewiß wahr sein, als wenn Gott selbst zu dir gesagt hätte: Deine Sünden sind dir vergeben.“ Hier stellt Luther das Evangelium als eine Botschaft an alle Menschen der von der allen Menschen bereits erworbenen Vergebung d. h. als die Kunde, daß allen Menschen nun die Sünden vergeben sein und daß es sich nun allein darum handle, daß es der Mensch glaube, kurz als eine Abso⸗