# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1859_S351 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 351 Dr. Th. Kniewel, bis vor circa 3 Jahren luth. Pastor in Danzig, starb am 26. Juli d. J. in Stuttgart bei seinem Neffen, Kaufmann Kniewel, am Schlage. Aus Dänemark, 20. Aug. Am Anfange dieser Woche, am Feste der Himmelfahrt Mariä, trat zum ersten Mal seit der Reformationszeit ein katholischer Bischof in amtlicher Function in Kopenhagen auf. Er ertheilte die Firmelung, welche bisher nur außerordentlicher Weise kath. Pfarrer in Kopenhagen hatten vollziehen dürfen. Brüssel, 28. Juli. Der Chretien belge theilt in seinem neuesten Heft folgendes Curiosum catholicum mit: „Bei Gelegenheit einer jüngsthin in einem belgischen Dorfe abgehaltenen Mission, ermunterte der Ortspfarrer ein Mitglied seiner Gemeinde, doch Theil an derselben zu nehmen, zumal er sich letzte Ostern nicht zur Beichte und zum Abendmahl gemeldet habe. Das Gemeindeglied entschuldigte sich des letzteren wegen damit, daß er eine von dem nun verstorbenen Pfarrer ausgefertigte schriftliche Dispensation erhalten habe. Auf die Einladung seines Pfarrers, dieses Document vorzuweisen, übergab der Widerspenstige folgendes Zeugniß, das wir hier, wörtlich aus dem Französischen übersetzt, mittheilen: „„Ich Unterzeichneter D***, Pfarrhelfer an der Kirche zu ***, erkläre hiermit, Vermittler bei einem Vergleich gewesen zu sein, der im Jahr 1843 zwischen Herrn N., Pfarrer an besagter Gemeinde und Herrn H. an demselben Ort zu Stande kam, nach welchem der zweitgenannte obiger Kirche ein Geschenk mit einer Stange von Tannenholz unter der Bedingung macht, daß der Geber, so lange als diese Stange dauert, von der Ostercommunion freigesprochen sei. Ich bescheinige gleichfalls, daß diese genannte Stange noch vorhanden ist und noch zu dem Gebrauche dient, zu welchem sie ursprünglich bestimmt war.““ D***, 28. Dec. 1858. (Unterschrift) D***, Pfarrhelfer. Stockholm, 29. Juli. Die „skandinavische k. Jesuiten-Mission“ in Norwegen hat ein neues Feld für ihre Wirksamkeit eröffnet. In einem der kleinsten Buchläden in Drontheim, welcher sich hauptsächlich mit dem Verkauf von Volksbüchern befaßt, bemerkte man eine Sammlung von religiösen Schriften mit ganz hübschen und lockenden Titeln, wie: „Das Christenthum, der Protestantismus und der Friede“, „Luther's wahres Monument“, „die rechte evangelische Lehre“, „die Triumphe der Kirche im 19. Jahrhundert“. Beim ersten Blicke in dieselben sah man indessen, daß sich hinter diesen Titeln die bittersten, hohnvollsten und gehässigsten Angriffe auf die schwedische Staatskirche und die evangelisch⸗lutherische Lehre überhaupt versteckten. Die Bücher sind von der skandinavisch⸗katholischen Mission herausgegeben und kommen von Alten, der Hauptstadt der Mission in Norwegen. (Nat. Z.) Türkei. (Fortschritt der Religionsfreiheit.) Bis zum Jahre 1854 wurde die Todesstrafe gegen jeden Muhamedaner ausgeübt, der seine Religion änderte, und in demselben Jahre wurden zwei Personen wegen Religionsveränderung hingerichtet. Jetzt ist es anders. Im ganzen türkischen Reiche kann jeder geborne Türke, der Christ geworden ist, in voller Freiheit öffentlich seinen Glauben bekennen, zuverlässig gewiß des Schutzes seiner Regierung. In Konstantinopel kann man mehr als zehn Fälle anführen, wo zum Christenthum bekehrte Erwachsene öffentlich ihren neuen Glauben bekennen, ohne auch nur die geringste Schwierigkeit in ihren Weg gelegt zu sehen. Einer von ihnen ist in diesem Augenblick Prediger des Evangeliums. Jeden Sonntag verkündigt er die Wahrheit, die da ist in Christo Jesu, und in der Woche steht er keine Minute an, seinen ehemaligen Religionsgenossen zu erzählen, wie er dazu geführt wurde, ein Christ zu werden. Es scheint sogar, daß er die Geschichte seiner Bekehrung in den Gemächern des Pascha erzählt hat. Man erzählt sich auch noch, wie ein bekehrter Türke, der vor einem Jahre mit Frau und Kindern aus Malta geflohen war, wieder zurückgerufen wurde unter der ausdrücklichen Versicherung des türkischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten, daß er wegen seiner Religionsänderung durchaus nichts zu leiden haben werde. Einige Armenier von Yozgat hatten kürzlich in einer Buchhandlung mehrere Protestanten mißhandelt, und es wurde bei dem Pascha Klage eingelegt. Da dieser sah, daß die Ar⸗