# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1859_S350 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 350 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. und zwanzig Synoden aufstelle, aus welchen die Generalsynode besteht, um bis auf den Buchstaben den in dem vorstehenden Beschlusse eingeschärften Rath auszuführen; und daß, sobald die älteren und weiseren Synoden, welche die jüngeren und schwächeren beeinflussen sollten, die von der Generalsynode anerkannten Principien der Synodaleintheilung beobachten werden; so bald als sie die Vorschriften der Constitution zur Verhütung von Spaltungen (Art. III. Sec. 8.) practisch beobachten, und sobald als sie ihre eigene Lehrbasis der der Generalsynode gemäß gestalten werden: daß sich dann die Melanchthon⸗Synode verpflichtet, aus ihren Lehrbestimmungen den anstößigen Paragraphen in Betreff gewisser behaupteter, in genannten Bestimmungen verworfener und zurückgewiesener Irrthümer, welche sich in der Augsburgischen Confession finden oder nicht finden, auszustreichen.“ — Ist's nicht auffallend, daß Kurtz und seine Gesinnungsgenossen grade dasselbe vom Bekenntnißstand in der Generalsynode aussagen, wie wir? Ihr Zeugniß in dieser Hinsicht ist eine unwidersprechliche Bestätigung des unsrigen. Nun haben selbst „geborene Amerikaner“ gezeigt, daß wir, die „Eingewanderten“, recht geurtheilt haben. So wird die Unredlichkeit zu Schanden, welche immer noch die Generalsynode für eine Gemeinschaft ausgeben will, die auf dem lutherischen Glauben und Bekenntniß steht. G. Sch. II. Ausland. In Leipzig studiren gegenwärtig 230 Theologen, darunter 59 Ausländer. Minister von Raumer starb am 6. August d. J., 54 Jahr alt, an der Ruhr, wie die Ev. Kirchenzeitung meldet, die zugleich bemerkt: „Er hat vor den Kammern mehrere Male muthig und freudig für seinen HErrn und Heiland gezeugt. Sein Hauswesen war vom christlichen Geiste durchdrungen. Er hat in der letzten Zeit schwer gelitten, das Wort P. Gerhardt's: Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt u. s. w. ist an ihm reichlich in Erfüllung gegangen. Noch auf dem Sterbebette bekannte er, daß er auf Christum und seine Gerechtigkeit seine einzige Hoffnung setze.“ Die Dorfkirchenzeitung. Folgendes lesen wir in der Ev. Kirchenzeitung vom 13. Aug.: „In der Ev. Kirchenzeitung ist noch in diesem Jahre die Dorfkirchenzeitung als das exclusivste der separirt⸗lutherischen Blätter bezeichnet worden. Da aber seit dem 1. Jan. c. das Blatt in meine Redaction, damit also auch in die Landeskirche übergetreten ist, so bitte ich die Leser, in demselben nicht mehr einen feindlichen, sondern einen freundlichen Bruder und warmen Freund zu sehen. Kloxin, Synode Pyritz, 26. Juli 1859. Hausig, ev.⸗luth. Pastor innerhalb der Landeskirche.“ Judenbekehrung. Missionsprediger Krüger meldete bei der Jahresfeier der „Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden“ in Berlin am 21. Juni, daß nur 6 Juden Seitens der Gesellschaft im v. J. getauft worden seien. Amtsehre. Ein Pastor Kirchner bemerkte auf der letzten berliner Pastoralconferenz nach einem Referat der Ev. Kirchenzeitung sehr gut: „Wir können uns gewiß nicht danach sehnen, daß, wie dies in der römisch-katholischen Kirche sich findet, dem Amtsrock gehuldigt werde, während man den Pastor verachtet.“ Der Einsender des Referats setzt hinzu: „Sehr wahr! Wenn unwürdigen Geistlichen unwürdig begegnet wird, so beweist das eher für als wider die Achtung, die man dem Amte zollt.“ — Superintendent Arndt bemerkte: „Die lutherische Kirche mit ihrem Amt und mit ihrem Altare sei im Stande, es mit der römisch⸗katholischen aufzunehmen.“ Also nicht ihre Lehre vom rechtfertigenden Glauben, sondern ihr, angeblich mit dem der römischen Kirche verwandter, Amtsbegriff sei ihre mächtigste Waffe! — Zum Beweise, wie wichtig es sei, wenn einem Prediger ein starkes „Amtsbewußtsein beiwohne“, erzählte in jener Conferenz Superint. Henschke: „Ein Geistlicher sei in einem sehr schwierigen Falle, wo die Gemeine sich geweigert, ferner die Kirche zu besuchen, zum Schulzen gegangen. Der habe ihn, die Mütze auf dem Kopfe, empfangen. Der Prediger fragt ihn, ob er zugebe, daß der Prediger mehr sei, als der Schulze. Antwort: Ja. Dann solle er zuerst einmal die Mütze abnehmen, und trägt ihm auf, zum künftigen Sonntag die ganze Gemeine in die Kirche zu bestellen. Es gelang, und die Widerspenstigkeit war damit gebrochen.“ Der Erzähler will jedoch dies (zum Beweise angeführte) Beispiel nicht gerade zur Nachahmung empfehlen.