# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1859_S348 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 348 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Bei der Neigung der Zeit zur gesunden oder ungesunden Mitte haben Manche auch unter denen, die in der Sache auf unserer Seite stehen, doch an Form und Fassung des betreffenden Artikels der evangelischen Kirchenzeitung Anstoß genommen, wobei von Bedeutung ist, daß solche Bedenken nicht vor jenem Erlaß des Oberkirchenraths, sondern erst nach demselben laut geworden sind. Wahr ist es, der Verfasser jener „Protestation“*), derselbe, von dem der einschlagende Artikel gegen die Märzrevolution: „Es ist geschehen“, herrührt (evangelische Kirchenzeitung 48 vom 6. Mai), der gewöhnlich sich schweigend verhält, und nur in Zeiten der Crisis aus seiner stillen Verborgenheit hervorbricht und den Mund übergehen läßt, von dem das Herz voll ist, ein Mann, der durch schweres Kreuz hindurchgegangen ist, „gezüchtigt, aber noch nicht ertödtet,“ wie er von sich selbst in seinem letzten Briefe an den Herausgeber sagt, redet die Sprache eines solchen, den der Eifer um das Haus des Herrn verzehret; er gehört nicht zu denen, die da weiche Kleider tragen und in den Häusern der Könige sind, sondern er ist ein Mann der Wüste; er nennt die Dinge bei Namen, ohne alles Mildern und Accordiren. Dabei aber hat er den Zügel heiliger Besonnenheit nicht verloren, und wie wir den Aufsatz nur nach der ernstesten Erwägung vor Gott in die Druckerei sandten, so meinen wir noch jetzt, Alles darin Gesagte vertreten zu können. (Fortsetzung folgt.) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. St. Louis, Mo. Wie wir aus dem „Missionary“ ersehen, hat die Synode von Illinois beschlossen, die Errichtung einer englisch⸗lutherischen Mission in St. Louis, über welche die Synodalglieder zu Springfield die Aufsicht führen sollen, in Angriff zu nehmen. Dieselbe Synode hat vorbereitende Schritte gethan, ein deutsch⸗lutherisches Kirchen⸗Blatt für den Westen zu publiciren. Es soll das Blatt von einer Committee herausgegeben werden in Verbindung mit einer ähnlichen Committee aus der Synode von Nord⸗Illinois. Pastor Dörfler, der sich bekanntlich wegen seines Chiliasmus von der Buffalo⸗Synode getrennt und wieder mit der Iowa⸗Synode vereinigt hat, berichtet nun an Löhe über Buffalo, wie wir aus Löhe's „Mittheilungen aus und über Nord⸗Amerika“ sehen, u. A. wie folgt: „Sie werden das Buffaloer Lästerblatt über die hiesige Sache gelesen haben; unserer Darstellung können Sie sich ein gerechtes Urtheil bilden. Buffalo ist unlauter, verfolgt unter dem Schein des Rechten und der reinen Lehre selbstische Interessen und versteckt unter dem Scheine eines geordneten Kirchenregiments papistisch hierarchische Tendenzen; wollte uns in seinen Bauch verschlingen, das war die Freundschaft, aber es hat uns leben lassen müssen. In ihren Gemeinden herrschen sie wie die Päpste. Wenn ich es selber nicht erfahren hätte, würde ich es nicht glauben. Dazu wollen sie, die Buffaloer, die besten sein, die Kirche; ignoriren alle, wer nicht so denkt, spricht und handelt wie sie. Welch' ein Fanatismus. Diese Richtung richtet sich. Jetzt sitzt es synodalisch. Ein Anathema wird das Endgericht über uns sein. Und was haben wir gethan? Antwort: Weil wir eine andere Anschauung von den letzten Dingen haben wie sie; weil sich die hiesige Gemeinde um dieser Richtung willen, die in dem Buffaloer Synodalverband mit Feuereifer gedämpft wird, von *) Bekanntlich der vor kurzem verstorbene Dr. Sartorius. L. u. W.