# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1859_S340 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 340 Ueber Adventspredigten. und unerweislichen Annahme? Aber Gedanken und Empfindungen des Lesers haben unleugbaren Schaden davon, wenn ihnen die gewohnte, durch die ganze Kirche klingende Form des heiligen Namens zerstört wird. Wir trauen der Psychologie genug zu, um diese Schädigung zu verstehen; warum also doch? Seine Uebersetzung hat dadurch in unsern Augen nicht am wenigsten gelitten. So stehen hier denn ein paar Proben, Ps. 19, 8—10.: Das Gesetz Jahawah's ist treuherzig, erquickt die Seele; Das Zeugniß Jahawah's verlässig, witzigt die Einfalt; Die Ordnungen Jahawah's gerade, erfreun das Herz; Das Gebot Jahawah's lauter, lichtet die Augen; Die Verehrung Jahawah's makellos, bestehet ewig; Die Entscheide Jahawah's Wahrheit, gerecht zumal. Die andere Probe seien die Worte: wenn ich nur dich habe ꝛc. aus Ps. 73.; D. übersetzt: Wen hab ich in den Himmeln? Und bist du mein, behagt mir nicht die Erde! Schwinde dahin mein Fleisch und mein Herz — Meines Herzens Fels und mein Theil ist Elohim auf ewig. Ich kann und will das Buch hier nicht beurtheilen; aber meine Sehnsucht nach einem befruchtenden Commentare zu den Psalmen hat es nicht gestillt, und die Uebersetzung ist für mich ungenießbar; kehr ich von ihr zu Luther zurück, so habe ich das Gefühl einer Erquickung. (Eingesandt von P. Keyl.) Ueber Adventspredigten. Die Adventszeit wird jetzt fast allgemein als eine Wartezeit bezeichnet und demgemäß der Zweck ihrer kirchlichen Feier so bestimmt, daß man darin gedenken solle des Verlangens der Gläubigen Alten Testaments nach der Zeit des Neuen Testaments, worauf dann die Weihnachtszeit als die Zeit der Erfüllung folge. Allein dies wäre ein Rückgang in die Zeit des A. Testaments und somit eine Verleugnung der Zeit des N. Testaments, von der Christus zu seinen Jüngern sagt: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet, Luc. 10, 23. Ueber diese Erfüllung der Weissagungen von Christo durch seine leibliche und geistliche Zukunft, spricht sich Dr. Luther bei den Worten Gal. 4, 4.: „Da aber die Zeit erfüllet ward ꝛc.“ treffend also aus: „Wie nun den Juden dieselbige Zeit durch Christi leibliche Zukunft erfüllet ist, so wird sie noch täglich erfüllet, wenn der Mensch erleuchtet wird durch den Glauben, daß seine Knechterei und Gesetzwirken ein Ende haben; denn Christi leibliche Zukunft wäre kein nütz, wenn sie nicht solche geistliche Zukunft des Glaubens wirkete. Er ist auch darum leiblich gekommen, daß er solch geistliche Zukunft aufrichte; denn alle, die zuvor und hernach solche seine leibliche Zukunft geglaubet haben, denen ist er kommen. Darum ist er den alten Vätern, um solches Glaubens willen, allezeit kommen gewesen, und ist doch heutiges Tages den jetzigen Juden nicht kommen, um ihres Un⸗