# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1859_S339 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Neue Literatur. 339 Künftigen Prediger ihrer Gemeinden einer Anstalt anzuvertrauen, wo statt des lauteren Wortes Gottes eine solche lauwarme, doppelzüngige Compromise⸗Theologie gelehrt wird. Denn wehe dem, der die Wahrheit Jesu fälscht und verleugnet! Neue Literatur. I. The Epistles of St. Peter and St. Jude, preached and explained by Martin Luther, Wittenberg, 1523—'24. Translated with Preface and Notes. By E. H. Gillet. New-York: Anson D. F. Randolph, No. 683 Broadway. 1859. Aus dem Luth. Obs. ersehen wir, daß diese englische Uebersetzung der Auslegung der Briefe Petri und Judä von Luther vor kurzem erschienen ist. Ohne noch in Besitz des Werkes zu sein, eilen wir, die Thatsache unseren Lesern zu melden. Der Preis ist $1,00 — einschließlich das Postporto. II. Delitzsch, Commentar über den Psalter. Erster Theil: Uebersetzung und Auslegung von Ps. 1—89. (675 S. 3 Rthlr. 14 Gr.) Dieses neueste Werk auf exegetischem Gebiete zeigt Münkel in seinem Neuen Zeitblatt folgendermaßen an: Delitzsch verspricht noch mehr Commentare, um die unleugbaren Lücken der kirchlichen Wissenschaft auszufüllen; denn „wenn es überhaupt ein Surrogat für die Liebe gibt, so ist es gewiß das Bücherschreiben“, spricht er einem andern nach sich zum Trost in der liebeleeren Zeit. Ob denn Käufer und Leser dieses Surrogats der Liebe gleicher Meinung sein werden, muß dahingestellt bleiben. Die Vorrede zählt die Eigenthümlichkeiten dieses Commentars auf, darunter auch diese zwei, daß er auf der Unterscheidung der jehovistischen, elohimistischen und adonajistischen Psalme fuße und in der Uebersetzung zum ersten Mal anstrebe die allseitige Darstellung der mannichfaltigen Kunstformen der Psalme; auch die alphabetischen Anfänge fehlen nicht; Sela erscheint als forte in Klammern beigesetzt. Von der Uebersetzung wollen wir ein paar Proben geben. Zuvor aber eine kleine Zwischenrede. Ewald hat bewiesen, daß Gott Jahve heiße; er nennt ihn auch stets so. Delitzsch beweist, daß Gott Jahawah heiße; er nennt ihn auch so in der Uebersetzung, nicht in den Anmerkungen. Neben D.'s Psalmen liegt nun aber auf meinem Tische zugleich Hölemann, Bibelstudien, in deren einer er beweist, daß Gott weder Jahve noch Jahawah, sondern wirklich Jehova heiße. So haben wir nun die Wahl und die Qual. Man möge nun dergleichen in gelehrten Abhandlungen untersuchen, wie's recht ist, und ausmachen, wie viel möglich ist; allein wenn jeder Gelehrte uns ein anderes nicht bloß beweist, sondern einen andern Namen Gottes uns aufnöthigt und durch ein dickes Buch hindurch mit seiner Namengebung, welche doch nichts mehr als die Schrulle seiner Muthmaßung ist, den Leser stört und ärgert, so vergeht die Spottlust, und der Verdruß stellt sich ein. Hat die Wissenschaft den geringsten Gewinn davon? Von einer unerwiesenen