# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1859_S334 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 334 Die Buffaloer noch einmal über unsern Katechismus. sie die Stelle 1 Cor. 3, 21. am unrechten Orte eingeschmuggelt haben; aber ein reiner Buffaloscher Lehrer, wie Dietrich, hat sich wohl gehütet, diese Stelle als Beweis anzuführen, daß die Kirche das Amt und daher natürlich auch das Recht, zum Amte zu berufen, habe!“ Allein mag Hr. H. selbst alle anderen reinen Lehrer opfern, um seine Behauptung zu begründen, seine Sache bleibt dennoch verloren; denn selbst Dietrich gehört zu denjenigen, welche die von uns angezogene Stelle in derselben Weise, Verbindung und Beziehung citiren! Unser C. Dietrich hat nehmlich eine lateinische Zergliederung der Evangelien auf die Aposteltage im Jahre 1616 verfaßt; darin wird über das Evangelium am Tage St. Andreä auf die Frage: „Bei wem das Recht sei, die Kirchendiener zu berufen? ob bei der gesammten oder ganzen Kirche, oder aber bei einem Stande derselben insonderheit?“ geantwortet: „Es ist der ganzen Kirche: 1) weil das ganze Amt der Kirche gegeben ist;“ und Letzteres wird nun u. A. ausdrücklich mit den Worten begründet: „Alles ist euer, es sei Paulus oder Apollo ꝛc. 1. Cor. 3, 21. Was aber der Kirche insgemein ist, und was alle ihre Stände betrifft, das wird mit kirchenräuberischer Vermessenheit einem einzigen Stande derselben insonderheit zugeschrieben.“ Schließlich schreibt C. Dietrich noch: „Aus dem Gesagten erhellt, 1) daß die Papisten schwerlich irren, indem sie die Gerechtsamkeit die Kirchendiener zu berufen den Bischöfen allein anmaßlicher Weise zuschreiben und (wie das Tridentinische Concilium sagt) behaupten, daß in der Ordination der Bischöfe, Priester und übrigen geistlichen Stände die Einstimmung oder Berufung oder Autorität weder des Volkes, noch irgend einer weltlichen Gewalt und der Obrigkeit also erforderlich sei, daß ohne dieselbe die Ordination ungültig wäre; ja, sie sagen frei und öffentlich, daß auch Diejenigen, welche allein vom Volke oder der Obrigkeit erwählt und ordinirt sind, keine Kirchendiener, sondern Diebe und Räuber seien!“*) Hiernach urtheile der Leser selbst, was davon zu halten sei, wenn Hr. Hochstetter schreibt: „Dieses bekannte missourische Schlagwort“ (er meint das Wort Gottes: Alles ist euer 1 Cor. 3, 21.) „durfte freilich in einem Walther'schen Katechismus nicht fehlen, es ist aber schlimm für Hrn. Walther, *) Die angeführten Worte lauten im Lateinischen, wie folgt: „Quaeritur, penes quem sit jus vocandi ministros ecclesiae? An penes universam sive totam ecclesiam, an vero circa unum speciatim ejusdem ordinem? Est totius ecclesiae; quia 1) totum ministerium datum est ecclesiae. „„Omnia vestra sunt, sive Paulus, sive Apollo““ etc. 1 Cor. 3, 21. Quod vero in communi ecclesiae est et quod omnes ejus ordines concernit, sacrilegia temeritate uni alicui ejusdem ordini in specie adscribitur. Constat e dictis, 1) graviter errare pontificios, dum jurisdictionem vocandi ecclesiae ministros solis episcopis arrogant, et „„in ordinatione episcoporum,““ verba sunt concilii Tridentini, „„sacerdotum et caeterorum ordinum nec populi, nec cujusvis secularis potestatis et magistratus consensum sive vocationem sive autoritatem ita requiri, ut sine ea irrita sit ordinatio,““ dictitant. Quin et a solo populo vel magistratu electos et ordinatos non ministros ecclesiae, sed fures et latrones proclamant.“ (Analysis Evangeliorum etc. Giessae, 1617, p. 38. sq.)