# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1859_S331 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Buffaloer noch einmal über unsern Katechismus. 331 Es ist wahr, uns, die wir eine achtzehnhundertjährige Geschichte der christlichen Kirche hinter uns haben, die wir das jüdische Volk noch immer vor unsern Augen haben, die wir wissen von Judenbekehrungen aus allen Zeitaltern und Ländern, die wir sehen, wie Gott heute noch Israel seinen Bund hält: uns erscheint dies nicht mehr als ein großes Geheimniß, so wenig, wie die uns durch die Reformation geoffenbarte Bosheit des Antichrists. Allein wenn wir uns in die Seele der römischen Heidenchristen, an welche Paulus schrieb, hineinversetzen, so wird es uns bald klar werden, daß ihnen das, was der Apostel von Israels Bleiben und Eingang in das Reich Christi bis an den jüngsten Tag voraus verkündigte, ein unerwartetes großes bewunderungswürdiges Geheimniß sein mußte, da sie nicht ahnen konnten, daß das Volk der Juden, während alle anderen Völker des Alterthums verschwunden sind, bleiben, viel weniger, daß immer einige daraus gläubig werden würden. ———— Die Buffaloer noch einmal über unseren Katechismus. ——— In der zweiten Nummer des vorigen Jahrgang unseres „Lutheraner“ gaben wir die Beantwortung einer angeblichen Kritik unseres Katechismus, die Hr. Diakonus Hochstetter in Buffalo im „Informatorium“ an das Licht gestellt hatte. Wir wiesen dort unwiderleglich nach, wie völlig grundlos alle Ausstellungen des Herrn Kritikus seien und wie unredlich er dabei verfahren habe. Endlich nach Verfluß eines Jahres tritt Herr Hochstetter aufs neue im „Informatorium“ (in der 7. Nummer l. J. vom 1. Sept.*)) auf und sucht in einem Aufsatz mit der Ueberschrift: „Professor Walther und sein neuer Katechismus,“ den Eindruck bei seinen Lesern hervorgerufen, als sei seine Kritik im Rechte gewesen. Was thut er aber? Unsere meisten schlagenden Beweise übergeht er mit Stillschweigen und über die, welche er berührt, macht er leere Worte und wiederholt theils seine alten unterwiesenen Anschuldigungen in wenig veränderter Form, theils fügt er neue Unwahrheiten und Irrthümer hinzu. Hr. Hochstetter schreibt: „Hr. Walther hat viele Sprüche und Stellen aus den Symbolen und anderen Schriften mißbräuchlich zu Gunsten seiner missourischen Lehren und seiner Feindschaft gegen die Buffaloer eingeschmuggelt in dem vorgeblich C. Dietrich'schen Buche.“**) Ferner schreibt er, daß „die moderne missourische Amtslehre theils durch Einschiebung von Bibelstellen, theils durch Mißdeutung eines *) Die wir erst am 19. September gesendet erhielten. Anfangs September erhielten wir dafür die 6. Nummer zum zweiten Male. **) Stellen „eingeschmuggelt“ zu nennen, die als darin enthalten nebst ihren Quellen auf dem Titel und im Vorwort genannt werden, und ein Buch ein „vorgeblich“ Dietrich'sches zu nennen, es also für ein Werk des Betruges zu erklären, während die Einschränkungen, unter welchen das Buch Dietrich's sei, ehrlich ebenfalls auf dem Titel und in dem Vorwort genannt werden, das ist eine wissentliche Entstellung.