# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S316 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 316 Erstrebt die Jowa⸗Synode wirklich ꝛc. bei ist freilich nur übersehen, daß wir eine Zukunft Christi zur Vernichtung des Antichristus kennen,“ S. 28., und ebenda: „Es wird Christus kommen zur Vernichtung des Antichristus und er wird erscheinen zum jüngsten Gericht.“ Diese Sätze sind im Synodal⸗Bericht eben so ohne allen Beweis hingestellt, wie sie hier stehen. Nun ist eine bekannte Regel: Affirmanti incumbit probatio; deshalb will ich solche Behauptungen einstweilen rundweg verneinen, bis sie erst bewiesen sind. Wo haben denn nun aber die lieben Leute alle diese Lehren her? Aus Gottes Wort, wie wir gesehen haben, nicht. Nun so haben sie dieselben vielleicht auf dem Weg der Symbole fortbildend gefunden. — Auch das ist nicht der Fall, denn man wird im ganzen Concordienbuche vergeblich auch nur nach einem Wegzeiger suchen, der den Finger nach jenen ungeheuerlichen Regionen ausstreckte, in welche die Jowa⸗Synode gerathen ist; wohl aber sind tüchtige Verhaue da, die abzuhalten, welche dorthin wollen. Die Bekenntnisse der evangelisch⸗lutherischen Kirche sagen, Schmalk. Art. Th. II. Art. 4.: „.... Dieses Stück zeiget gewaltiglich, daß er der rechte Endechrist oder Widerchrist sei, der sich über und wider Christum gesetzet und erhöhet hat, weil er will die Christen nicht lassen selig sein ohne seine Gewalt, welche doch nichts ist, von Gott nicht geordnet und geboten. Das heißt eigentlich über Gott und wider Gott sich setzen, wie St. Paulus sagt 2. Thess. 2, 4.“ Und im Anhang zu den Schmalk. Artikeln bekennt die evangelisch⸗lutherische Kirche: „Nun ist es ja am Tage, daß die Päbste sammt ihrem Anhang gottlose Lehre und falsche Gottesdienste erhalten wollen und handhaben. So reimen sich auch alle Untugenden, so in der heil. Schrift vom Antichrist sind geweissaget, mit des Pabsts Reich und seinen Gliedern. Denn Paulus, da er den Antichrist malet, 2 Thess. 2, 4., nennet er ihn einen Widersacher Christi, der sich über alles erhebe, das Gott oder Gottesdienst heiße, also, daß er sich setzet in den Tempel Gottes, als ein Gott, und gibt für, er sei ein Gott u. s. w.... Weil nun dem also ist, sollen alle Christen auf das fleißigste sich hüten, daß sie solcher gottlosen Lehre, Gotteslästerung und unbilliger Wütherei sich nicht theilhaftig machen: sondern sollen vom Pabste und seinen Gliedern oder Anhang, als von des Antichrists Reich, weichen und es verfluchen....“ „Darum, obschon der Pabst aus göttlichen Rechten den Primat oder Oberkeit hätte, soll man ihm dennoch keinen Gehorsam leisten, weil er falsche Gottesdienste, und eine andere Lehre wider das Evangelium erhalten will. Ja man soll sich aus Noth wider ihn, als den rechten Antichrist, setzen.“ Das ist der Weg der Symbole, und den gehen wir Lutheraner mit Freuden, weil wir wissen, daß wir auf ihm in der Wahrheit wandeln. Was thut dagegen die Jowa⸗Synode? Sie zuckt die Achsel und spricht: „Wir unterscheiden zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem in diesen Schriften,“ d. h., Luther und die andern Väter mit ihm, und die ganze Kirche bis auf unsere lichtumstrahlte Zeit mögen's recht gut gemeint haben mit ihrer Ansicht vom