# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S315 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Erstrebt die Jowa⸗Synode wirklich ꝛc. 315 hernimmt. Von der Ungewißheit des Kommens nimmt die Schrift niemand aus, wohl aber die Gläubigen von schrecklichen Folgen. Vergl. Joh. 10, 10: „Ein Dieb kommt nicht, denn daß er raube, würge und umbringe.“ Gerade so legt u. A. Theophylact die Stelle aus, welcher sagt: „Ihr aber seid nicht Kinder der Finsterniß, d. i., ihr lebt kein unreines Leben der Finsterniß. Aber es möchte jemand sagen: Wie nun, soll auch die, welche mit keinem Flecken besudelt sind, der Tag unerwartet ergreifen? Ueberfallen wird er sie wohl, aber seine Traurigkeit wird er nicht über sie führen*).“ Die Gegner müssen indeß selbst schon ein wenig an der Haltbarkeit dieser Auslegung gezweifelt haben, weil sie noch einen Beweis dazu bringen, welcher entweder ganz überflüssig ist, oder erst dann in Kraft treten soll, wenn ihre Auslegung von 1 Thess. 5 nicht durchgeht, daß die Gläubigen die Zeit des HErrn wissen. Sie sagen nämlich: „Wenn auch die Christen der letzten Zeit an den im Buch der Weissagung so deutlich vorausgesagten Zeichen die Nähe der Zukunft Christi wüßten, so ist damit doch noch nicht gesagt, daß sie nun Tag oder Stunde der Zukunft Christi erkennen. So bleibt also auch für sie noch das Wort, daß Christus in einer Stunde kommen kann, da sie es nicht meinen.“ Sie lassen demnach doch mit sich handeln und geben wenigstens schon zu, daß Tag und Stunde ungewiß sei; wenn sie nun noch die Stelle Marci 13, 33 recht ansehen: „denn ihr wisset nicht, wenn es Zeit καιρός ist,“ so ist Hoffnung, daß sie auch noch einen Schritt weiter gehen. Eins aber möchte hier noch zu erwähnen sein: Aufs Aeußerste getrieben, geben die Gegner selbst zu, daß niemand die Zeit des Antichrists wissen könne vor dessen Ende. Ist denn nun das nicht der alte Grundsatz der lutherischen Kirche, daß die Erfüllung die einzig richtige und gewisse Auslegung der Prophetie sei, wo der heil. Geist nicht selbst eine klare und gewisse Auslegung gegeben hat? Warum wollen nun die lieben Leute diesen Grundsatz nur gezwungen und ausnahmsweise, warum nicht durchgehend festhalten und alle ihre „eigene Auslegung“ über Bord werfen? Was hilft denn das Geschrei von „größerer Fortbildung,“ wenn doch so ein ganzer Synodal⸗Bericht in keiner andern Beziehung einen Vergleich mit den Werken unserer Väter aushalten kann, als vielleicht in Typen und Druckerschwärze! — Zur dritten Frage: Ob der HErr Jesus den Antichrist bei seiner Zukunft zum tausendjährigen Reich umbringen werde, sagt die genannte Synode: „Wenn dann die Zeit des Antichristus vollendet ist, so wird Christus ihm ein Ende machen durch die Erscheinung seiner sichtbaren Zukunft. An diese Zukunft Christi zur Vernichtung des Antichrists schließt sich das tausendjährige Reich.“ (A. a. O. S. 21. 22.) Und um den Einwand: Ihr seid mit eurem tausendjährigen Reiche dem bösen Knechte gleich, welcher sagte: „Mein Herr kommt noch lange nicht,“ zu entgehen, sagen sie: „Da⸗ *) „Vos autem non estis in tenebris, hoc est, non tenebrosam et impuram ducitis vitam. Dicet aliquis: Quid ergo? Num et hos, etsi nulla sint labe affecti, vel incertus invasurus est finis? Invadet quidem, sed nullo eos obducet moerore.“