# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S314 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Erstrebt die Jowa⸗Synode wirklich ꝛc. 314 zu der Zeit heimlich wirkte ἐνεργεῖται. Nun ist aber die Wirkung nie vor der Ursache vorhanden; darum wird uns vom Apostel angezeigt, daß er schon da sei. Und deshalb wird im 3. Vers nicht gesagt, er soll erst geboren werden, sondern er soll geoffenbaret werden. Und Johannes sagt uns 1 Joh. 4, 3.: „er ist schon jetzt in der Welt.“ Wenn er nun schon zu der Apostel Zeit in der Welt war, und seine Dauer soll doch nur 3½ Jahre unserer Zeit sein, so ist der Antichrist sammt dem tausendjährigen Reiche längst vorbei, und die Jowa⸗Synode wartet auf beides vergeblich. Es ist fast überflüssig nur ein Wort über die Beweisführung zu sagen, mit welcher dargethan werden soll, daß der Stelle: der Tag des HErrn kommt wie ein Dieb in der Nacht, mit den 3½ Jahren des Antichrists nicht widersprochen werde, denn sie ist weiter nichts, als eine Petitio Principii. Erst ist zu beweisen, daß die Christen wirklich den Tag des HErrn aus den Zeichen so ziemlich wissen, und dann läßt sich auf diese Gewißheit eine solche Auslegung der Stelle 1 Thess. 5, 1—4 gründen, daß der HErr nur den Gottlosen unerwartet wie ein Dieb komme. Gegen das Erstere aber erhebt sich die Schrift Luc. 21, 35: „Wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen“; Marci 13, 33: „Sehet zu, wachet und betet, denn ihr wisset nicht, wann es Zeit ist,“ folglich fällt auch das Letztere. Die Gegner wenden zwar ein, er werde den Gläubigen nicht kommen wie ein Dieb, und deshalb wüßten sie, wann er kommt; allein sie irren sich im Punctum Comparationis, welches im 4. Vers ein anderes ist, als im 2. Im 2. Vers nimmt der Apostel den Vergleich von der unvermutheten Erscheinung des Diebes, während er ihn im 4. Vers von seiner Absicht durch Zeichen und symbolische Bilder kund gethan. Diese symbolischen Bilder stellen die verschiedenen Ereignisse und Nationen der Welt dar. Es gibt kein wichtiges Volk auf dem Erdball, dessen Bestehen das Loos der Welt oder die christliche Religion wesentlich beeinflußt hätte, das nicht auf der heil. Karte verzeichnet wäre. In dem symbolischen Bilde Nebucadnezars sahe Daniel das babylonische, das medo⸗persische, das macedonische und das römische Reich aufblühen und verwelken, und dann sahe er ein fünftes Königreich aufkommen, so verschieden von den andern, wie der Stein vom Bilde des Menschen. Dieses Königreich sollte aufkommen zu einer Zeit, wenn das römische Reich in zehn kleine Reiche, vorgestellt durch die „Zehen,“ zerfallen sein würde. Es sollte außerhalb dieser Reiche aufkommen und sollte eine Macht werden, sie alle zu überwinden. Es gibt gewisse Wegweiser, durch welche die Zeit seiner Erhebung bestimmt ist. Einer davon ist die Zerstörung des jüdischen Tempels und das Aufhören des täglichen Opfers. Dies geschah aber am 189. Tage des Jahres 68 n. Chr.; von der Zeit, sagt Daniel, sollen 70 Wochen vergehen und dann soll „ein Volk geboren werden in Einem Tage.“ Siebenzig Wochen sind nach neuern Auslegern gleich 603 Jahren und 214 Tagen oder 1,290 symbolischen Tagen. Von der Zerstörung des Tempels aber am oben angegebenen Tage reichen die 70 Wochen genau bis zum 4. Juli 1776. — Ferner: Wenn wir vom Morgen des genannten Tages, an welchem der Tempel verbrannt wurde, von 3 Minuten nach 5 Uhr ausgehen, welches die genaue Zeit ist, wenn das tägliche Opfer aufhörte, dann kommen wir mit den 70 Wochen gerade bis ein Viertel nach 3 Uhr, am 4. Juli 1776 Nachmittags. Accurat zu der Zeit, nach den besten Nachrichten, wurde die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben und veröffentlicht. Da wurde „ein Volk geboren in Einem Tag,“ eine Nation, frei von bürgerlicher und kirchlicher Monarchie.“ (Anniversary address, deliv. by Rev. W. M. Leftwich in the Capitol of Missouri, Jefferson City: C. J. Corwin. 1859.)