# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S312 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 312 Erstrebt die Jowa⸗Synode wirklich ꝛc. nicht, daß Gleiches Gleichem nicht gebieten kann. Der Grund dafür ist, weil er als dieselbe Person mit dem angesehen wird, dem er gefolgt ist.“*) Nun ist aber der Pabst ein einzelner Mensch, eine Person; und ob ihn auch Luther manchmal den Pabstesel nennt, so hat er ihm doch damit die Persönlichkeit nie absprechen wollen. — Aber die Gegner urgiren vielleicht den bestimmten griechischen Artikel „ὁ“, wie das „ho anomos“ im Synodal⸗Bericht anzudeuten scheint (und warum dann nicht lieber ὁ ἄνθρωπος, wenn einmal was Griechisches dastehen sollte?) Nun ist es zwar wahr, daß der bestimmte Artikel in der heil. Schrift nie zu übersehen ist, weil er immer seinen Nachdruck hat; ob nun aber der Nachdruck dieser ist, daß damit immer eine bestimmte, einzelne Person angezeigt sei, ist eine andere Frage, welche die Jowa⸗Synode nicht mit Ja beantworten kann, wenn sie es beweisen soll. Was will sie sonst mit Stellen anfangen wie Marc. 8, 27? Da steht bei Sabbath der bestimmte Artikel „τό“ und bei Mensch wieder. Mit ihrer Erklärung müßte dann diese Stelle lauten: Ein bestimmter einzelner Sabbath ist nicht um des Menschen willen da, sondern ein bestimmter einzelner Mensch um des Sabbaths willen. Oder Matth. 13, 38. Sollen dort die „οἱ υἱοί“ (die Kinder, die Söhne) bestimmte einzelne Personen sein, so fragt sichs, wenn die gelebt haben, und ob es jetzt keine Söhne Gottes und Söhne der Bosheit mehr gebe. — Matth. 13, 49. steht der bestimmte Artikel bei „Mutter“ (ἡ μήτηρ), und gerade hier kann es jeder greifen, daß der HErr mit dem bestimmten Artikel mehrere Personen zusammenfaßt, denn der HErr streckt die Hände über seine Jünger. So namentlich auch 1 Petr. 2, 17. Ich lasse es mit diesen wenigen Stellen genug sein, obgleich eine ganze Reihe angeführt werden könnte, welche wie die obigen nach beiden Seiten hin beweisen, daß der bestimmte Artikel manchmal sowohl eine Vielheit der Personen zu gleicher Zeit, als in der Reihenfolge anzeigt. Ja das Gegentheil ist öfters der Fall, daß gerade dann ein einzelnes Ding oder eine einzelne Person angezeigt wird, wenn der bestimmte Artikel ausgelassen ist, z. B. Luc. 3, 5. „ἐν στιγμῇ χρόνου,“ Marc. 9, 11—13. „Ἠλίας“ ꝛc. Oder soll vielleicht das „ho anomos“ deshalb dastehen, weil das Wort: „der Gottlose oder Widergesetzliche“ Denken und Handeln anzeigt, also Verrichtungen, welche einer Person zukommen, so fragt sichs wieder: Warum muß das aber gerade einer einzelnen Person zukommen, warum können es nicht mehrere nacheinander sein, die widergesetzlich denken und handeln? Und wollen die Gegner hier nochmals das „ὁ“ zu Hilfe nehmen, so ist über das bisher Gesagte noch folgendes zu bemerken: Dem „ho anomos“ analog steht 2 Thess. 2, 7. „ὁ κατέχων der es jetzt aufhält.“ Nimmt die Jowa⸗Synode an, daß der Gottlose „nur eine Person“ sei, so muß sie auch annehmen, daß „der Aufhalter“ nur eine Person“ sei. Nun war, „der es jetzt aufhält,“ schon zu Pauli Zeiten da, und der Gottlose ist, nach der Jowa⸗Synode, noch *) „Potest ergo Dominus Papa derogare constitutionibus praedecessorum suorum, non obstante, quod par in parem non habet imperium. Et est ratio: in eadem persona censetur cum eo, cui succedit.“