# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S311 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Erstrebt die Jowa⸗Synode wirklich ꝛc. 311 Beweis fordern wird, ist natürlich, und ich bin gesonnen, ihn schon im Voraus zu geben. In demselben Synodal⸗Bericht, in welchem sich die Synode eine „ev. luth.“ nennt, kommt auch folgende Lehre vor und zwar als eine „gewisse und feststehende“: Es gibt einen „persönlichen Antichrist,“ der ist „ein Mensch, eine bestimmte Person,“ nicht eine „Vielheit von Personen.“ Das Pabstthum ist antichristisch und viele Päbste kann man Antichristen nennen. „Aber der 2 Thess. 2 erwähnte Mensch der Sünde ist eine bestimmte menschliche Persönlichkeit, ebendeshalb aber auch noch zukünftig.“ Das Regiment desselben geht der Zukunft Christi zum tausendjährigen Reiche unmittelbar voraus und dauert 3½ Jahre; dann wird Christus ihm ein Ende machen. Die Zeit des Anfanges seines Reiches wird niemand recht wissen; die wird man erst dann erfahren, wenn Gott ihn bereits umgebracht hat. Die Frage ist nun nicht, ob es einen Antichrist gebe, noch ob er ein Mensch und kein Institut sei, noch ob ihm die Zeichen alle zukommen, welche ihm das Wort Gottes zuschreibt, noch wird endlich gefragt, ob der HErr ihn bei seiner Zukunft umbringen wird durch den Geist seines Mundes; denn so weit sind wir einig. Es fragt sich aber: 1. Ob der Antichrist eine bestimmte Persönlichkeit sein müsse, d. i. ein einzelner und nur Ein Mensch. 2. Ob die Dauer seiner Herrschaft 3½ Jahre sein wird nach unserer Zeit. 3. Ob ihn der HErr Christus mitbringen wird bei seiner Zukunft zum tausendjährigen Reich. Was den ersten Punkt betrifft, so sagt die Jowa⸗Synode: „Dort (2 Thess. 2) wird der Antichrist genannt der Mensch der Sünde und der Sohn des Verderbens 2 Thess. 2, 3., der Gottlose, ho anomos (c. 2, 8.) Wenn er der Mensch der Sünde ist, so muß er doch ein Mensch, eine bestimmte Person sein. Ein Mensch aber kann weder ein Institut, noch eine Vielheit von Personen sein.“ (Synod.⸗Ber. S. 19.) Wenn man nun auch das Alles zugibt, so folgt daraus noch lange nicht, was die Jowa⸗Synode so sehnlich zu wünschen scheint, nämlich daß der liebe und getreue Pabst nicht der Antichrist sei; denn es ist ein Anderes die Vielheit der Personen zu gleicher Zeit und die Vielheit der Personen nacheinander. Nun ist bekannt genug, daß niemals zwei Päbste zugleich auf dem Stuhl Petri, d. h. in voller Herrschaft und Ansehen, sind. Bekannt ist ferner, daß die Papisten selbst ihre Päbste als eine Person angesehen wissen wollen. So schreibt z. B. Augustinus, Bischof von Ancona: „Nach der Gewalt und Autorität sind alle Päbste, welche von Anfang gewesen sind und bis zum Ende der Welt sein werden, nicht mehr als Ein Pabst.“ (Lib. de pot. Ecc. qu. 3.)*) Und der Glossograph schreibt in der Einleitung zu den Decreten: „Es kann also der Pabst die Bestimmungen seiner Vorgänger abschaffen, und hindert ihn *) „Quoad officium papatus et autoritatem omnes papae, qui fuerunt a principio et erunt usque in finem mundi, non sunt, nisi unus Papa.“