# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S310 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 310 Erstrebt die Jowa⸗Synode wirklich ꝛc. Regeln ist und bleibt die wichtigste diese: Sieh deinen Text genau an! Die meisten falsch gedeuteten Stellen würden in ihrer wahren Bedeutung sich alsbald aufschließen, wenn man sie nur fest ins Auge faßte, jedes Wort urgirte und keine vorgefaßte Meinung in ihr finden wollte, kurz, wenn man die in dem lateinischen Text der Apologie der Augsburgischen Confession ausgesprochene Wahrheit immer beachtete: „Loci integri prolati plerumque secum afferunt interpretationem“, das heißt, werden die Stellen unverstümmelt angeführt (und erwogen), so bringen sie meistentheils die (rechte) Auslegung schon mit sich (Ed. Rechenberg, p. 117.). Hätten Calvin, Zwingli, die Chiliasten u. A. nach dieser Regel sich gerichtet, so würden sie in den Worten der Einsetzung des hl. Abendmahls nimmer ihre Lehre von der Abwesenheit des Leibes und Blutes Christi, noch in dem 9. Cap. des Briefes an die Römer ihre Lehre von einer absoluten Prädestination zur Seligkeit und Verdammniß, zu Glauben und Sünde, noch Offb. 20. ihre Lehre von einem noch zukünftigen herrlichen tausendjährigen Reiche zu finden gewähnt haben. (Fortsetzung folgt.) (Eingesandt von P. Beyer.) Erstrebt die Jowa⸗Synode wirklich „auf dem Wege der Symbole an der Hand des Wortes Gottes“ eine größere Vollendung der ev. luth. Kirche? Schon seit geraumer Zeit ist, Dank der Preßfreiheit, wieder ein Büchlein im Umlauf, welches den Titel: „Synodal⸗Bericht der deutschen ev.⸗luth. Synode von Jowa“ trägt. Nun ist dagegen gar nichts einzuwenden, daß diese Synode, wie andere, ihre Verhandlungen und Beschlüsse, oder, wenn ihr's rathsamer scheint, ihre Verhandlungen ohne Beschlüsse, oder auch blos die Vorlagen zur Berathung ohne Verhandlungen und ohne Beschlüsse drucken läßt; auch kann man nichts dagegen haben, wenn sie sich die Synode von Jowa nennt; aber das scheint unstatthaft, daß sie sich die „ev. luth. Synode“ nennt. Es ist zwar wahr, wir leben in einem Lande, wo sich jeder nach Belieben tituliren kann, wo darum jeder vierte Mann „Esquire“ und die übrigen drei je einer General, Colonel oder Captain ist; allein es muß doch auch hierin bestimmte Regeln geben, und vielleicht ist das eine, daß man solch einen Titel behält, so lange man ihn behaupten kann. Daß sich die Jowa⸗Synode den schönsten Titel auf der Welt herausgesucht hat, ist keine Frage, denn „ev. luth.“, das ist ein wohlklingender Name vor Gott und Menschen, der öffnet Kirchen und Kanzeln der deutschen Gemeinden. Allein ein altes Sprüchwort sagt: „Würden bringen Bürden,“ und wer das letztere nicht will, kann das erstere nicht haben. Gerade der genannte Synodalbericht aber zeigt, daß das Streben jener Synode dahin gehe, die Würde ohne die Bürde zu beanspruchen, den Titel zu führen und doch etwas anderes zu sein, als er besagt. Daß die Synode für eine solche Behauptung den