# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S299 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Correspondenz nach Deutschland. 299 er unsere Verhältnisse unbefangen beurtheilen, und die Consequenzen der gegnerischen Sätze völlig durchschauen würde. Nach Beschluß unserer hiesigen Districts⸗Conferenz folgt nun unten unser Antwortschreiben auf seinen jüngsten Brief, theils um die lieben Leser, die nun einmal mit in's Interesse gezogen sind, so zugleich von der Art seiner Bedenken in Kenntniß zu setzen, theils ihnen wieder an einem lebendigen Beispiel zu zeigen, wie schwer es doch selbst den uns zugeneigten, aber einmal in die dortigen Zustände verflochtenen deutschen Brüdern fällt, unsere kirchlichen Verhältnisse, bei denen wir uns so wohl und in so gedeihlichem Wachsthum befinden, recht zu verstehen und unbefangen zu würdigen. Ist dies doch ganz geeignet, uns allesammt zum Dank gegen Gott für die unverdiente Gnade zu ermuntern, daß er uns den manchfaltigen Verwickelungen unserer deutschen Mutterkirche entrückt und uns hier auf einen Boden verpflanzt hat, da sich unter dem Schirm uneingeschränktester Religionsfreiheit unsere theuere Kirche von reinem Wort und ungefälschten Sacramenten frei und ungehemmt entfalten und auf dem Grund unseres allerheiligsten Glaubens bauen kann. Folgt denn unsere Erwiederung, welche der HErr abermals in Gnaden segnen und dadurch das Band der Einigkeit zwischen uns und unsern deutschen Brüdern nur immer fester und inniger werden lassen wolle. „Gnade, Barmherzigkeit und Friede von Gott dem Vater „und unserem HErrn Jesu Christo.“ Theurer, geliebter Bruder in Christo! Je aufrichtiger unser aller Verlangen war, von Ihnen einige Zeilen freundlicher Erwiederung auf unser Schreiben vom März v. J. zu erhalten, und je sehnlicher wir zu erfahren wünschten, welchen Eingang dasselbe unter Gottes gnädiger Leitung in Ihr Herz gefunden, und in wie weit sich der HErr zu unserm schwachen Thun durch eine unserer brüderlichen Absicht entsprechende Wirkung bekannt habe: desto mehr mußten unsere Herzen von brünstigem Lob und Dank gegen den gnädigen Gott erfüllt werden, als uns endlich nach langem Harren Ihr herzliches Antwortschreiben vom Oktbr. v. J. zu Händen kam, und wir mit Freuden daraus ersehen, daß Sie unsere, wenn auch zuweilen etwas derben, so doch treugemeinten Worte nicht nur in Liebe aufgenommen haben, sondern daß dadurch Ihre ganze Stellung zu uns nur eine näher und enger verbundene geworden ist. Fürwahr es thut in dieser Zeit äußerster Zerrissenheit doppelt noth, daß diejenigen, die Eines Sinnes sind in der Wahrheit, sich enger aneinander anschließen und so durch treu gepflegte Gemeinschaft sich die schweren Drangsale unserer Tage gegenseitig erleichtern und sich zu dem Kampf, der uns einmal verordnet ist, ermuntern und anfeuern. Deshalb eilen wir denn auch, Ihre brüderliche Zuschrift durch ein gleich brüderliches, aufrichtiges Antwortschreiben zu erwiedern und bitten nur Gott, er wolle um Christi willen auch diese Zeilen dazu segnen, daß wir einander immer näher rücken und immer inniger miteinander verbunden werden. — Glauben Sie nun, theurer Bruder, daß wir es Ihrem früheren Brief