# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S296 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 296 Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. sich des Eindrucks nicht erwehren, der noch am Grabe Luthers sagte: „ich habe ihn zu Worms schon gesehen,“ und wohl dachte: es gelüstet mich nicht, nur den todten Löwen noch einmal vor die Augen zu bekommen, es möchten stechende Bienen im Aas sein. Der 10. Vers ist schon am Schluß des vorigen Capitels verdunkelt worden. Hier ist weiter nichts mehr darüber zu sagen, als daß nun der Teufel auch in den Pfuhl kommt. D. h. aber nur so viel: man konnte jetzt den Teufel kennen, den man bisher für den lieben Gott gehalten hatte. Etwas Anderes ist in dieser Stelle nicht zu suchen. Es war nur eine Mondfinsterniß, wenn man das bisher that. Wie die Reformation in diesem Capitel von der Auferstehung des HErrn ihr Licht empfängt, so wird nun auch das Pabstthum in das Abendroth gekleidet, das ihm gebührt. Darum ist es aber noch dieselbe Sonne, die einst am Mittage die Welt erquickte! Ob auch, nachdem sie untergegangen ist, ihr Licht noch nicht ganz verlischt, so ist doch kein neuer Sonnenuntergang zu erwarten. Man möchte indessen einwenden: steht doch hier, daß das Thier und der falsche Prophet schon im Pfuhl waren und der Teufel bloß hinter ihnen her geworfen wurde; wie sagst du denn, dieser Vers falle mit V. 20. des vor. Cap. zusammen? Antwort: Einmal war der Pabst sichtbar und der Teufel unsichtbar. Wie man einen Menschen schon eine Zeitlang gesehen haben kann, ehe man aus seiner Rede vernimmt, was er von Anfang an gedacht hat, so lernte man die Seele des Pabstthums—d. i. den Teufel—etwas später für das ansehen, was sie war, als das leibliche Pabstthum, das in die Sinne fällt. Wie lange hielt nicht Luther noch das Pabstthum selbst für unschuldig, als doch schon längst vor seinen Augen der Blitz auf dasselbe herabgefallen war! Er meinte erst, es hätte nur in den Schornstein eingeschlagen: denn weiter war ja eigentlich Tetzels Ablaßkram nichts. Nun eben so lebte die Seele des Pabstthums in den Augen derer, die Zeugen des Gerichts gewesen waren, das über dasselbe vom 31. Okt. 1517 an erging, noch eine Zeitlang, als doch der Leib schon den Gnadenstoß empfangen hatte, wie es ja gewöhnlich bei tödtlichen Verwundungen so zugeht; daß die Seele erst entflieht, nachdem der Leib schon eine Weile zuvor blessirt worden ist, ohne daß der Sterbende darum im Augenblick des Todes eine neue Wunde zu empfangen brauchte. Dann aber ist nur unsre deutsche Sprache daran schuld, daß das „war“ mit hineingekommen ist (nämlich in den Worten: „da das Thier und der falsche Prophet war“). Es ließ sich eben nicht anders geben. Im Griechischen steht es nicht und was vorhergeht, fällt mit dem Anfange dieses Verses („Und der Teufel — ward geworfen“) auch der Zeit nach zusammen. Das Letztere wird aber nur verbrochen erzählt, weil es schon Cap. 19, 20. weitläufig beschrieben worden war, ein Beweis mehr, daß, was den Verlauf der Geschichte betrifft, hier der Faden wieder aufgenommen wird, den wir dort verloren haben. Auch die Form der Rede soll es uns merken lassen, daß nun, was abgerissen ist, wieder angesponnen wird. „werden gequält werden Tag und Nacht“—: das ist von dem Aerger