# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S295 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. 295 „und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt“—: denn als alle Kanzeln von der Thorheit des Aristoteles ertönten und kein Beichtstuhl für angefochtene Gewissen andern Trost hatte als Ablaßbriefe oder die eigenen Werke selbsterwählter Buße, da war ja die Feste der Heiligen eng genug eingeschlossen. Wenn sich Jemand nur einen Augenblick über die Brustwehr der unsichtbaren Kirche mit seinen Seufzern erhob, so regnete es glühende Pfeile des Bannes und der Acht. Ach, wie feindlich wurden Kinder Gottes, wie Huß und Luther, angesehen — und solche waren doch „die geliebte Stadt,“ sofern man etwas von ihr gewahr wurde. Niemals hat sich wohl die Feindschaft wider Gott, von der Röm. 8, 7. redet, frecher hervor gewagt, als zu der Zeit. Wer sich den Zustand der unsichtbaren Kirche jener Tage in einem lebendigen Bilde vor Augen stellen will, der denke an Joh. Huß oder an Luther, als er sich gerüstet hatte, Wittenberg zu verlassen (1518) und als er in Worms auf den Knieen lag und vor seinem Gott winselte, weil sich die Könige im Lande auflehnten und die Herren rathschlagten wider den HErrn und seinen Gesalbten. Aber dennoch war ein Heerlager der Heiligen von Gott erhalten worden, das den Siebentausend glich, welche zu Elias Zeiten ihre Kniee nicht vor Baal beugten. Und noch schöneren Sieg feierte der Israel Gottes. Denn gleich im Folgenden heißt es: „und es fiel das Feuer von Gott aus dem Himmel, und verzehrete sie.“ Wenn wir hiezu den folgenden 10. Vers hinzunehmen, der schon im vorigen Capitel V. 20. 21. anklang, ehe er hier im vollen Geläute aushalten konnte, so können wir wohl an nichts anderes denken als an das alte Siegeslied, das nun seit dem 14. Cap. gar noch nicht verstummt ist. Die ganze Reformationsgeschichte wird an dieser Stelle als ein neues Eliasopfer auf Karmel vorgestellt. Welcher Schatten des alten Bundes könnte auch besser einen Riß dieser Gottesthat abgeben? — Hier sind wir also wieder auf dem alten Fleck, der uns nur jetzt höher erscheint, weil wir ihn als den Gipfel der „ersten Auferstehung“ erkennen, wiewohl er uns nun um so weniger zu falschen Hoffnungen ermuthigt. Es ist eben auch dies nur ein Durchgang, eine Himmels—pforte. Nun wollen wir die Worte überlaufen: „es f i e l das Feuer“ — stieg nicht auf, wie des Teufels Lüge; sondern kam plötzlich und ohne Mühe herunter, suchte nichts Besseres als es schon hatte, sondern wollte auf Gottes Geheiß der Welt dienen. So wurde Luther durchs Lesen der Schrift erleuchtet und theilte, ohne sein Gesuch, getrieben vom heiligen Geist das empfangene Licht der Welt mit. „von Gott“ — während man schrie: der Teufel, der Teufel! „aus dem Himmel“ — und sollte doch Luther in die Hölle verdammen. „und verzehrete sie“ — während sie derweil einen guten Braten aßen. Aber man stelle sich nur einmal den Reichstag zu Worms vor, ob es nicht doch so war, wie es hier beschrieben wird. Der Kaiser wenigstens konnte