# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S293 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. 293 mit ihm spielen wollen?), daß er nicht allein als der höllische Schadenfroh seine Gönner mit einander in ewige Kriege verwickelte, wie denn die Knappen des Antichrists den Türken im eigenen Lande heimsuchten und dieser wiederum das Thier, wovon in der ersten Hälfte des 13. Cap. die Rede ist, weidlich plagte, obgleich ja hin und wieder auch Pabst und Türke sich gut vertrugen; sondern durch diesen Hader zugleich dafür sorgte, daß es keine Ruhe in der Welt gab, um es nur einmal gewahr zu werden, was denn eigentlich für ein Ungeheuer im Tempel saß. Ja, noch zur Zeit der Reformation entschuldigte sich der Kaiser mit dem Türkenkriege, daß er noch nicht dazu kommen könnte, die Klagen zu hören, womit ihn die Bekenner des Evangelii bestürmten. Und wie wurde nicht trotz dem der Teufel geäfft? Denn grade die Türkenkriege waren es wieder, welche den Lutherischen Luft gaben, daß man ihnen nicht gleich, ehe einmal das Kind geboren war, so mitspielte wie nachher im Interim. „Ihr gedachtet, es böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen!“ So jubelt darob der himmlische Joseph, den die ägyptische Dienstbarkeit an der Freiheit nicht hindern durfte. „welcher Zahl ist, wie der Sand am Meer.“ Darauf kann er sich also verlassen. Ein größeres Heer hat noch kein Feldherr geworben. Und welche Verheißung war das nicht für ihn? Wie großen Zuzug durfte er nicht erwarten, da er sobald trotz der Kriege, die seine eigenen Truppen mit einander hatten, damit es ihnen nicht an einer Waffenübung fehlte, eine solche Macht auftrieb! Aber die große Menge betrog ihn dennoch. Auf Sand baute er, ob auch der Bauleute so viel waren wie Sand am Meere: ja, auf „Sand am Meere.“ Die Wellen weissagten mit ihrem hohlen Gemurmel nichts Gutes, ob sie jetzt auch in der Tiefe ruhten und kein Ungewitter sie gegen das Ufer trieb, weil Gott der heilige Geist gewichen war. Für Satans Reich war's wohl ein warmer Tag; aber doch kein Heute der Ewigkeit. Der Schein trog. Der Wind durfte nachher wieder brausen und die Wellen, die die Verheißung haben, daß sie den Erdkreis bedecken sollen, wurden aufs Neue erregt. Dann hielt das Ufer nicht. Der Sand wich — und „das Haus that einen großen Fall.“ Ja, wenn der Satan ein Binnenland hätte finden können; aber ein solches gibt's seit Pfingsten nicht mehr. Wir sind der Ewigkeit zu nahe. Es ist die letzte Stunde. Das Bißchen Sand am Ufer, so zahllos seine Körnlein sind, ist doch nur „Sand am Meer.“ Doch wir sind so weit noch nicht. Der Teufel zählt einstweilen, und weil die Zahl so unendlich groß wird, vergißt er, daß er Sandkörner zählt. Es geht ihm fast wie seinem Sohn Rübezahl: über dem Zählen kommt er um den Raub. Drum fürchte dich nicht zu sehr, liebe Seele. Ob auch der Fürst der Welt mit seiner Braut wieder hoch aufpocht, weil er Zahlen hat: er zählt — Sand! V. 9. „Und sie traten auf die Breite der Erde und umringten das