# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S291 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. 291 in den stattlichen Tempeln der Christenheit. Es ist nie ein so unblutiger Sieg erfochten worden. — Die „Oerter“ haben im Griechischen ihren Namen von den gebogenen Knieen, die ja einen Winkel machen. Das paßt auch. In den Tempeln und dem Reiche, wovon die Rede ist, gleißt es von Heiligkeit, man beugt die Kniee — auf die „Erde“, zum Zeichen, daß man von der Erde und irdisch gesinnt sei. Satanas hat nun erreicht, was ihm Christus auf dem Berge versagte (Matth. 4). Vor ihm beugt man die Kniee in den Tempeln der Erde, denen Baals Tempel den Schatten liehen. Worauf dies alles zielt, ist schon in der Einleitung gesagt worden. Das Pabstthum bekam die Weltherrschaft. So ging der oberste Bischof der Christenheit — aus, daß man ihn sehen und ihm selber Augenweide geben möchte. Wovon der HErr gesagt hatte: es „ist inwendig in euch,“ das verlegte nun seine Residenz in die Außenwelt der Sinne. Es wurde den Herren drinnen zu heiß: sie mußten sich ein wenig verschnaufen und Luft schöpfen, in der sie athmen konnten. Wie Fische, die unter dem Eise ersticken wollen, kamen der Pabst und seine Klerisei ans Licht — der Welt, die das Licht der Welt sein sollten. Ihr Herr und Meister aber, nämlich Herr Teufel, hatte ihnen vorher ein Loch in das Eis des Unglaubens und der Kälte gehauen, womit ihre Anmaßungen bisher von den Ueberresten christlicher Erkenntniß zurückgewiesen worden waren. So kam dann der schöne Frühling. Die Sonne schien. Linde Lüfte wehten. Und — die Frösche überschrieen einander im Sumpf. „den Gog und Magog.“ Da muß man nun erst wissen, was das für Herren sind. Luther hat es uns freilich schon gesagt. Aber er muß es sich schon gefallen lassen, daß wir an ihn sowohl wie an Hesekiel (Cap. 38. 39.) noch unsern Dreck werfen, damit der Regen nicht durchschlägt. Warum sollte er auch nicht? Ist er doch gewohnt, daß man Steine herausbricht. Die „vier Oerter“ nämlich führen mich auf die Gedanken, das „Dach“ (denn so heißt ja Gog, wie wir wissen) noch in einem andern Verstande zu nehmen als Luther thut, wenn er darin eine Anspielung auf das wüste Leben der Türken findet. Sie sind als die vier Winkel des Tempels ja besonders dessen bedürftig, daß man sie deckt. Unten wären sie wohl schon hinreichend, um die Unreinigkeiten des Teufels im mystischen Halbdunkel heiliger Räume den Augen der Menschen zu entziehen und das Urtheil der Menge zu täuschen. Aber oben sind sie noch offen. Der Himmel möchte sich daran ärgern, was darin vorgeht. Und die, welche noch himmlisch gesinnt sind, möchten von dort her einen Wink bekommen und Lärm schlagen. Also ein Dach, ein Dach! Die Wolken⸗ und Feuersäule beschirmte Israel in der Wüste. Weil er sein will „wie Gott,“ kann der Antichrist nichts Geringeres gebrauchen. So erscheint denn auch sein Schirmdach in doppelter Gestalt als „Gog und Magog,“ das doch im Grunde nur Ein Name ist, wie jene Säule nur Eine war. Woher der Affe Christi nur nimmt, was seinem Gaukelspiel den magischen Schimmer Israels verleihen kann? Er hätte es freilich nicht schaffen können: denn er kann ja keine Laus machen, nicht ein-