# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1859_S290 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 290 Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. Gerade so unerwartet, wie der HErr einst wiederkommen wird, kam der Teufel nach tausendjähriger Verborgenheit noch einmal los, sein Gericht zu halten. „Zu verführen die Heiden in den vier Oertern der Erde.“ — Weil er ausgehen darf, findet er auch so bald wieder Anhang. Da sieht man, wie es bisher gestanden hat. Gott allein gab der Wahrheit Ansehen. Die Mehrzahl derer, welche ihren Sieg feierten, war so gesinnt, daß sie viel lieber dem Fürsten der Welt ein Te Deum gesungen hätte. Es ging so zu, wie wenn ein Eroberer Völker, die er zuvor auch unterjocht hat, nöthigt, für ihn zu streiten und ihn dafür auf seinen Triumphzügen zu begleiten. — Nun kommt es um. Satanas pflanzt sein Panier auf. Der bisher schon ein großes Volk hatte, das ihm heimlich diente, herrscht jetzt frei und öffentlich. Nicht allein auf Einzelne erstreckt sich fortan sein Einfluß: er darf „die Heiden verführen.“ Die Wellen lecken, so lange der Damm hält, nur an die äußersten Enden des Landes; wenn aber der Damm bricht, so überschwemmen sie darnach das ganze Land und ist kein Aufhalten mehr. So bringt denn auch der Teufel, der ohnehin gern den Schopf nimmt, wovon er ein Haar gefaßt hat, bald Alles unter sich. Er hat lange Fasttage gehabt, nun ist er hungrig. Da er sich nicht bekehren kann, ist er in den tausend Jahren über die Maßen schlimmer geworden, als er vorher war. Das tritt nun um so heller in's Licht, da man ihn so lange Zeit hindurch nur in Fesseln gesehen hat. „In den vier Oertern der Erde“ — er kann bald in „alle Welt“ kommen. Das ist eine Mission, die fleckt und eine Katholicität, die man mit Händen greifen kann. Anm. Die „vier Oerter der Erde“ — heißt eigentlich vier Winkel, vier Ecken. Man weiß nicht recht, was dieser Ausdruck sagen will. Er leitet aber auf die Gedanken, daß doch, wohin auch Satanas mit seiner neuen Herrschaft kommt, ein Winkel gemacht werden muß, wo er seinen Schmutz aufhäufen und seine heimliche Schande begehen kann. — Sonst erinnern die vier Winkel auch an ein Haus. Der Sinn ist dann: der Teufel bringt die Völker unter sich — womit? fragt man — doch nur dadurch, daß er alle Kirchen verbrennt u. s. w. Antwort: O nein, er thut das in den vier Winkeln, in den schön viereckig nach dem besten Ebenmaß aufgeführten Steinhäusern und herrlichen Tempeln. Er läßt Alles beim Alten. Wie er keinen Widerspruch und Widerstand erfährt, so braucht er auch nichts zu beseitigen. Er sitzt schon da, wohin er will. Der Brautstand, der schon Jahre lang gewährt hat, wird nur proclamirt. Es sind ja „Winkel der Erde“ geworden, die heilige Hallen des HErrn sein sollten. Weil's längst geschehen ist, und von diesem Siege gilt, was der Ahnherr des Antichrists einst ruhmredig sagte: ich kam, sah und siegte, so scheint die griechische Sprache für die Verkündigung solcher neuen Wunderthat wie geschaffen zu sein, da sie nach ihrer Art das „verführen“ in die Vergangenheit rückt, das doch zukünftig ist. Ach ja, die Heiden sitzen schon seit geraumer Zeit „in den vier Oertern der Erde,“