# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1859_S280 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 280 Aus der Kirche. Dabei wurde erwähnt, daß Samuel doch auch kein Rindfleisch genießt; wir können hinzufügen, daß die Tamulen im Allgemeinen sich desselben enthalten. Bei den Heiden ist die Kuh heilig und deshalb der Genuß ihres Fleisches ganz gegen die Religion. Wenn sie nun Christen geworden sind und sich immer noch des Rindfleisches enthalten, da haben manche Europäer geglaubt, ihnen noch heidnischen Aberglauben Schuld geben zu müssen. Dies ist gewiß ein Irrthum. Denn eines Theils ist das Rindfleisch in Indien sehr schlecht — wegen der mangelnden Weide —, so daß auch von den Europäern nur die es essen, welche die Gewohnheit der Heimath steif in andre Länder übertragen, wo sie vielleicht ganz unpassend und unnatürlich ist; andern Theils bekommt die menschliche Natur durch beständige Gewohnheit, besonders wenn diese eine angestammte und dem ganzen Volke eigne ist, endlich Bedürfnisse sowohl als Abneigungen, die von der Erkenntniß und selbst von dem Willen ganz unabhängig sind. Man denke z. B., wie in Deutschland der Genuß von Pferde⸗ oder Hundefleisch beanstandet wird. Alles dies möge dazu helfen, daß wir die nationellen Eigenthümlichkeiten des Indischen Volks nicht hart und schroff verdammen und verwerfen, sondern vorsichtig und gerecht beurtheilen und soweit schonen, als es mit der Wahrheit des Evangeliums und mit der christlichen Liebe bestehen kann. (Graul's Missionsblatt.) (Aus Münkel's Neuem Zeitblatt.) Aus der Kirche. Die lutherische Synode von Jowa, das Werk und die Pflegebefohlene des Pfarrers Löhe zu Neuen⸗Dettelsau, hat im vergangenen Jahre vom 12. bis 19. September ihre Versammlung zu Wartburg (Nordamerika) gehalten. Nach dem Berichte zählte sie 9 Prediger und 2 Professoren. Es wäre zu wünschen, daß diese kleine Synode mit den übrigen rechtgläubigen Lutheranern zusammenginge. Löhe hat das von Anfang an nicht gewollt und die Synode hat es nicht gekonnt. In der Lehre von Kirche und Amt steht sie der Grabau'schen Synode am nächsten und ist mit ihr eine nähere Verbindung eingegangen, welche aber von Grabau selbst als unhaltbar wieder aufgegeben ist, weil ihm außer dem Chiliasmus der Jowaer noch das eine und das andere mißfällt. Mit den Missouriern ist an gar keine Verbindung zu denken, da diese im scharfen Gegensatze gegen mehr als eine Lehre der Jowaer stehen. Auf der jüngsten Synode beschäftigten sich denn die Jowaer mit den Vorwürfen und Einwürfen, welche ihnen von den amerikanischen Lutheranern gemacht sind. In zwei Vorträgen wurden die bestrittenen Hauptpunkte entwickelt, und die ganze Synode bekannte sich einmüthig dazu. Diese Vorträge bilden den vornehmsten Inhalt des Synodalberichtes, über welchen hier einige Bemerkungen stehen mögen. Man sieht es ihnen an, daß sie aus