# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1859_S276 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 276 Urtheil eines Norwegischen Lutheraners über die Generalsynode. theraner,“ und fordern, daß sie ausgestoßen werden, sondern er muß, wie es an einem andern Orte heißt, selbst austreten, wenn er nicht länger dulden kann, daß der Lüge dem Princip gemäß dasselbe Recht wie der Wahrheit gegeben werde — ja größeres Recht, denn während es kein Schaden noch Opfer für die Lüge und den Irrthum ist, die Wahrheit zu dulden, so ist es ein großes Opfer, ja ein Widerspruch, wenn die Wahrheit die Lüge dulden und zu den Verfechtern derselben sagen muß: liebe Brüder! — und das muß die Wahrheit in der Generalsynode. Und viele schlimmere Aussprüche dieser Art können leicht aus den Schriften der Generalsynode von demjenigen Flügel (wing) angeführt werden, der niemals ein Hehl daraus macht, sondern offen sich dazu bekennt, ja gerade darauf als den Beweis rechter „Liberalität und Toleranz“ pocht. Dies ist also das Princip der Generalsynode: auf diese Weise führt sie factisch ihre schon an sich nichts sagende Aufnahmsformel aus und beweist also, daß das Ganze nur eine feierliche Farce (Spiegelfechterei) ist, mit andern Worten, daß sie bekenntnißlos ist. Also: nicht bloß wegen der Schwachheit Einzelner (die falsche Lehre führen), auch nicht bloß wegen Unklarheit oder Schwachheit in der Lehrdisciplin der Gemeinschaft, so daß diese geduldet wird, sondern weil die Synode es öffentlich aussprechen und in der Praxis ausüben läßt, von Einzelnen wie von ganzen Districtssynoden, daß ihr Bekenntniß Recht zu solcher falscher Lehre gibt, deshalb ist die Generalsynode unbedingt unlutherisch in den Augen eines jeden wahren Lutheraners, sie ist „unirt“, denn sie gibt der Lüge und der Wahrheit verfassungsmäßig gleiches Recht. Und wie auch die verwickelte Angelegenheit mit Hartmann's unirter Synode zusammenhängt, was ich den eigentlich Betheiligten abzumachen überlasse — so thut dies nicht das allermindeste davon oder dazu; die Generalsynode ist nach dem Obenangeführten, als Gemeinschaft betrachtet, bis diesen Augenblick unirt und hat nicht mehr Recht, sich lutherisch zu nennen, als Mormonen haben, sich Christen zu nennen; ja sie ist, da sie den Namen stiehlt, um die Unwissenden zu ködern, noch schlechter als die unirte Kirche in Deutschland, welche sich doch eines solchen falschen Spiels mit dem Namen „lutherisch“ nicht schuldig macht, wodurch Einfältige betrügerisch verführt werden; sie ist, um Dr. Harkey's Lobrede, daß „die Generalsynode die beste lutherische Synode in der Welt ist“, zu beantworten, offenbar die allerelendeste Synode lutherischen Namens, welche in der Geschichte des Tages bekannt ist, weil sie alles und nichts glaubt, weil sie im Grunde eine principsmäßige und großartige Wiederbelebung der alten Lüge ist: „Jeder wird auf seine Weise selig,“ weil sie verfassungsmäßig von der Wahrheit fordert, daß sie die Lüge dulden soll, als gleich berechtigt, wo dann die Lüge auch gnädig genug sein will, die Wahrheit zu dulden. Aber was kann Unlutherischeres und Unbiblischeres gedacht werden, als solche Vermengung und Union von Wahrheit und Lüge? Aus No. 2 des Kirketidende vom vorigen Jahr ersieht man auch, daß es das einzige ist, welches es von der Generalsynode fordert,