# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1859_S270 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 270 Urtheil eines Norwegischen Lutheraners über die Generalsynode. Denn er hält fein die Regel Stenkefelds, und thut den Text nicht allein aus den Augen, sondern wirft ihn hinter sich weg mit Glauben und mit Allem, wie eine taube Nuß, macht Nichts Anders draus. — Diese heil. Geister allesammt, wie hart sie über den Text uneins sind, stimmen sie doch zusammen in dem hohen geistlichen Sinn, daß Brod Brod, Wein Wein sei. Und wer solchen hohen Verstand nicht hat, der sollt wohl irre werden und glauben, daß Brod nicht Brod, sondern Holz oder Stein wäre; das wäre ein fährlich Ding.“ Man sieht hieraus, wohin es führt, wenn man vom Worte weicht, Gottes Geist und eigenen Geist mit einander vermischt — was, wie Anfangs bemerkt, eben der zweiten Stufe eigen ist — und den heiligen Geist selbst zu einem matten, verschwimmenden Nebelbilde macht. Dadurch wird der Damm weggerissen und dem Rationalismus, dem Schwärmer⸗ und Sektengeiste, ja dem Geiste selber, welcher sich in einen Engel des Lichts verkleidet, Thür und Thor geöffnet. Diesem Geiste, welcher sich von Anfang in der reformirten Kirche geltend machte, und jetzt leider auch in vielen Angehörigen der lutherischen Kirche steckt, haben wir die jämmerliche Zerrissenheit der evangelischen Kirche, die Menge von Sekten und Partheien, welche wie Pilze aus der Erde geschossen sind, die heillose Sprachverwirrung in Kirche und Theologie, woraus vielfach nur mit Mühe die Stimme des Geistes zu vernehmen ist, zu danken. Urtheil eines Norwegischen Lutheraners über die Generalsynode. (Aus dem norwegischen Monats⸗Blatt Maanedstidende von G. Schick übersetzt.) Ein Blick in die Generalsynode von Jakob Aall Ottesen. Die Generalsynode als Körperschaft ist unlutherisch. Schon in mehreren früheren Nummern unsers „Maanedstidende“ haben wir uns auf verschiedene Weise dahin ausgesprochen, daß die Generalsynode keine echte lutherische Körperschaft ist. Die Umstände scheinen es mehr und mehr zu fordern, daß wir diese Behauptung mit näherer Begründung wiederholen. Ich behaupte also aufs Neue, daß die Generalsynode unlutherisch ist. Und dies gründe ich nicht bloß darauf, daß sich hie oder da innerhalb des Lehrerstands derselben einer oder mehrere finden, welche eine von den Symbolen abweichende Lehre führen; denn dies kann wegen der menschlichen Schwachheit auch in einer echten lutherischen Gemeinschaft vorkommen, nur daß da die Gemeinschaft solche falsche Lehrer in Vermahnung nimmt, sie zu bekehren und zu überzeugen sucht, bis sie sich bessern oder im entgegengesetzten Fall auszuschließen sind; — auch nicht bloß darauf, daß solche Lehrdisciplin nicht scharf genug geübt wird, denn auch darin kann sich die menschliche Schwachheit zeigen, besonders da, wo die Kirche nicht recht frei ist, wiewohl