# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1859_S269 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Unterschied zwischen der lutherischen und reformirten Kirche. 269 sie wohl in sieben Geister sich theileten über dem Text, immer einer anders denn der andere. Der Erste, Karlstadt, machte den Text also, das ist Mein Leib, sollte so viel heißen: Hie sitzt mein Leib, der für euch gegeben wird. O dies war so gewiß, daß nicht allein der heil. Geist, sondern der himmlische Vater selbst hatte es ihm offenbart. Der Ander, Zwingel, sagt, Solches wäre nicht recht gemacht, unangesehen, daß der himmlische Vater selbst hatte offenbart; und machte den Text durch seinen andern heil. Geist also: Nehmet, esset, das bedeut Meinen Leib, der für euch gegeben wird. Der Dritte, Oekolampad, brachte den dritten heil. Geist hervor; der machte den Text abermal anders, nämlich also: Nehmet, esset, das ist Meines Leibes Zeichen. Der Vierte, Stenkefeld, ließ sich dünken, sein Stank wäre Thesem in aller Welt, bracht aus dem vierten heil. Geist diese Regel: Man muß diese Wort (das ist Mein Leib) aus den Augen thun, denn sie hindern den geistlichen Verstand. Diese Regel mußt du wohl merken, willst du ein Theologus werden, nämlich, wo die hellen Worte Gottes deinen Verstand hindern, daß du einen andern suchest, der dir gefalle, und dann sagest, es sei der heil. Geist; darnach die Wort ordnest und deutest, wie dich's gut dünkt. Als, hie mußt du zuvor den hohen geistlichen Verstand fassen, daß Brod Brod sei, Wein Wein sei, welches kein Papist noch Luther jemals verstanden hat, auch kein Bäcker noch Kretzmaier; und demnach den Text also machen, das Hinterst zuvörderst setzen, nämlich: Nehmet hin und esset, Mein Leib, der für euch gegeben wird, ist das (vernimm eine geistliche Speise). Da hast du's, gehe nun hin und sage, daß Stenkefeld nicht den heil. Geist habe, weit über die drei heiligen Geister Carlstadts, Zwingels und Oekolampads. Der fünfte heil. Geist, Etliche seines Geschmeißes und Unziefers machens also: Nehmet, esset, was für euch gegeben wird, das ist mein Leib. Der sechste heil. Geist macht's also: Nehmet hin, esset, das ist Mein Leib, zum Gedächtniß; sollt soviel sein: Nehmet, esset, das ist Meines Leibs Gedächtniß, der für euch gegeben wird. Der siebent heil. Geist, Joh. Campanus, machts also: Nehmet hin, esset, das ist mein Leib, corpus scilicet paneum; sollt soviel heißen: Das Brod, so Ich euch gebe, ist ein Leib oder Körper für sich selbst, nicht Mein lebendiger, natürlicher Leib, sondern ein todter, lebloser Leib, wie Stein und Holz ein Leib ist. Aber weil es Meine Creatur ist, so ist's auch Mein Leib, den Ich geschaffen habe. Dies ist der allerhöchste heil. Geist wider und über die andern alle, ohne daß er den Bäckern die Ehre nimmt, der dennoch auch Etwas am Brod gemacht hat, und Gott nicht das Brod, sondern das Korn zum Brod schafft. Ueber diese schweifte umher noch ein übriger heil. Geist (denn der Teufel ist heilig und ein großer Geist); der sagt also: Es sei hie kein Artikel des Glaubens, drum soll man nicht drum zanken, ein Jeder möcht hie glauben, was er wollt. Dieser heil. Geist dünkt mich ein junger heil. Geist sein, welchen der alte heilige Geist, Stenkefeld, geheckt und ausgebrütet hat.) *) Ist der heil. Geist auch der Generalsynode. L. u. W.