# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1859_S264 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 264 Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. in den Nachkommen, als ihren Erben fortleben) — d. i.: eigentliche Kinder hinterließen damals auch treue Zeugen nicht. Das erhöht nur die Majestät dieser Zeit. Gott that seit Pfingsten alles. Es schadete nichts, wenn auch selbst die Apostel hinweggenommen wurden. Der Strom hatte in Gott seinen ewigen Quell. Allerdings bedurfte die Kirche ja auch damals der Diener; aber — und das liegt eben in dieser Stelle — diese standen im rechten Verhältniß zu der Braut des Lammes. Als indessen die tausend Jahre vollendet waren, bewiesen die edeln Waizenkörner, die man in Verfolgungen aus den Aehren ausgedroschen und solange das Waizenfeld der Aernte entgegenreifte nicht vermißt hatte, wie nöthig sie waren. Sie wurden der Same, aus welchem in der Reformationszeit die reiche (?) Frucht der letzten Tage erwuchs. Was also heut' zu Tage noch übrig ist von der Tochter Zion, die Nachthütte in den Kürbisgärten, von der Esai. 1, 8. redet, sind solche, die, wie hier gesagt wird, von den „Todten“ als Nachkommen übrig geblieben sind. (Vgl. Cap. 12, 17.: „mit den Uebrigen von ihrem Samen und Cap. 11, 11.: fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott.“) Wir wollen nun die Worte von einer andern Seite ansehen. Jeder kann dann prüfen, bei welcher Auslegung er bleiben will. „Die Uebrigen der Todten“ („die andern Todten“) lassen sich auch so deuten. Diejenigen, welche ihr Leben nicht liebten bis in den Tod, und dadurch den tausend Jahren einen solchen Lichtglanz verliehen, ließen solche hinter sich, welche wohl auch zur Kirche gerechnet wurden, aber doch ihr Leben um Christi willen nicht aufopfern mochten, es also nicht haßten, wie der HErr fordert. Diese mußten auch endlich sterben; aber was hatten sie dann? Sie lebten nun nicht, während Jene mit Christo herrschten. Doch kam für dergleichen Leute noch einmal eine Zeit, nämlich als das Verderben nach jenen tausend Jahren auf's Höchste stieg. Ja, da fanden sie auf eine kurze Zeit solche Nachfrage, die ins Licht der Welt trat und darum ein Leben genannt werden konnte. Ehe kam ihr Geist nicht auf die Bühne. Genossen sie aber dessen? Ach nein, darum wird davon auch ganz geschwiegen. Ferner kann man die „Uebrigen“ auf die Feinde und Verfolger beziehen. Diese waren in der That solche, die übrig blieben: denn sie hatten die gläubigen Kinder Gottes aus dem Wege geschafft und konnten sich dessen recht freuen, daß sie die Todten überlebten und, eben weil sie todt waren nicht mehr fürchten durften. Sie sahen sich als Sieger an und die Todten als Besiegte. Aber es kam anders. Sie, die Lebenden waren (nach einem ebenfalls nicht ungewöhnlichen Sprachgebrauch der Griechen) die Uebrigen der Todten, d. h. von den Todten, die ihnen im Wettlauf zuvorgekommen waren zurückgelassen worden, also die Besiegten. Und endlich mußten sie gleichfalls sterben, ohne wie Jene die Hoffnung des Lebens zu haben, — bis dann nach tausend Jahren der Antichrist ihnen den Sieg errang und des Julianus Apostata sowohl wie eines Nero Rolle mit besserm Glück als diese spielen konnte. Aber auch so lange sie nun noch lebten, fehlte ihnen etwas