# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1859_S262 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 262 Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. verfolgten, daß diese von JEsu das Lied St. Johannis sangen: „Das Wort ward Fleisch.“ Aber es kommt noch besser. Denn weiter heißt es: „und die nicht angebetet hatten das Thier, noch sein Bild, und nicht ge⸗ „nommen hatten sein Maalzeichen an ihre Stirn und auf ihre Hand.“ Da sind wir wieder mitten im Papstthum und können aus Cap. 13, 15— 17. 14, 9—11 ꝛc. selbst die Antwort holen, wie weit die Grenzen des tausendjährigen Reichs gehen. Das gereicht auch nur zu seiner Verherrlichung. Die riesenmäßigen Anstrengungen des Teufels und seine tausendfache List es zu stürzen, sind so lange der Schleifstein dieses Diamants, als er noch da ist, ob er auch bisweilen ganz davon bedeckt wird. Erst wenn der Kampf aufhört, wenn man nicht mehr widerspricht und darüber alles leidet, hat sich der Antichrist im Tempel Gottes festgesetzt und liegt die Braut des Lammes mit ihrem Schmuck im Staube. Also auch selbst unter dem Papstthum noch hat das tausendjährige Reich bestanden. Von denen, welche während desselben dazu gerechnet werden, heißt es aber nicht: ich sahe „die Seelen der Enthaupteten“; sondern schlechtweg: ich sahe alle die nicht anbeteten ꝛc. Wir wissen ja, daß der Papst mit Feuer verbrannte und nicht enthauptete. Der tiefere Grund, warum der Todesstrafe geschwiegen wird, ist indessen wohl der, daß ehe noch das Papstthum zu solcher Macht kam, einen Huß verbrennen zu können, die Kirche sich im Kampf gegen dasselbe behauptete. Alle, welche von jeher vor diesem Baal ihre Kniee nicht gebeugt haben, werden hier den Märtyrern gleich gerechnet. „Diese lebten und regierten mit Christo tausend Jahr.“ Das ist so zu verstehen: Wiewohl diese alle zum Theil früh eines gewaltsamen Todes starben, zum Theil doch in der Welt Angst hatten und bald von hinnen fahren mußten, so hatten sie doch die große Siegesfreude, daß die Sache, für die sie allein lebten, von denen es ja heißt, daß sie ihr Leben nicht liebten bis in den Tod, eine gute Zeit hindurch auf Erden ein Sauerteig war, der den ganzen Teig durchsäuerte, ein Senfkorn, daraus ein Baum ward, unter dessen Zweigen die Vögel des Himmels saßen. Das geht daraus deutlich hervor, daß dabei steht: — „mit Christo.“ Wären sie so lange, nach menschlicher Weise zu reden, lebendig geblieben, dann hätte es dieser Weissagung gar nicht bedurft. Aber weil sie leiblich starben, mußte es gesagt werden, daß sich der Teufel dessen nicht berühmen dürfte, da weder die Sache, die ihr Leben gewesen wäre, noch ihre Person deß im Mindesten Schaden gelitten hätte. Der Spruch: „Leben wir, so leben wir dem HErrn, sterben wir, so sterben wir dem HErrn; darum, wir leben oder sterben, so sind wir des HErrn“, wirft volles Licht auf diese Stelle. Einen solchen Triumphzug hielt der Auferstandene. Es war noch immer derselbe Ton, von dem am Ostermorgen Davids bestäubte Harfe erklang. Auch hörten die Saiten nicht auf zu zittern. — In Kraft der Auferstehung des HErrn geschah ja das alles, wie die Apostel so oft bezeugen. Wer will mich denn nun darum auslachen, daß ich sage: mit der Höllenfahrt Christi beginnt das tausendjährige Reich? Ich lasse mich aber mit Luther gern ver⸗