# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1859_S261 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. 261 könnten, wovon der HErr hier tröstliche Kunde gibt. Auch diese Verheißung ist gegen den Schein des Widerspiels gerichtet. Das Wort ist in der Finsterniß der Welt die einzige Sonne, in deren Licht man das Kleinod wahrnimmt, das die Welt nicht anders verherrlichen kann, als mit dem blutigen Purpur und der Dornenkrone. Der Sinn dieser Worte ist klar. Die Welt wird meinen, sie habe das Zeugniß der Apostel verworfen und damit beseitigt. Aber weit gefehlt: sie wirft das Waizenkorn aus den Palästen und stößt es mit den Füßen von den Gassen fort; so findet es nur einen Boden, der nicht vertreten worden ist. Niemals hat Gott den Hochmuth ihrer Fürsten empfindlicher gekränkt. Grade je mehr er sich gegen die Wahrheit erhob, desto lauter wurde sie bekannt. Daß in den Sturmwinden der Verfolgung das Feuer nicht verlosch, das der HErr gekommen war anzuzünden auf Erden, war seine schönste Bewährung. Es flammte am höchsten auf, als Satanas so feindlich hineinblies. Nicht allein die Sache, welche die Zeugen der Wahrheit verfochten, wurde dadurch nur mehr gefördert, daß sie Druck und Verfolgung leiden mußte; auch die Opfer, die sie für ihre Person brachten, waren nicht verloren, sondern angenehm bei Gott. Von ihren Leibern wird freilich geschwiegen: denn der Spruch ging diese tausend Jahre hindurch sonderlich im Schwang: Wer sein Leben lieb hat, der wird es verlieren ꝛc.; aber ihre Seelen — und die wollten sie allein in der gegenwärtigen argen Welt erretten — fanden das Leben, worin sie auf Erden unter viel Trübsal geathmet hatten, im Tode vollkommen. Konnte es für sie einen schönern Triumph über Sünde, Tod und Teufel, über die Welt und alle Höllenpforten geben? Zunächst ist nun bei denen, „die enthauptet wurden“ an die Märtyrer der apostolischen Zeit zu denken. Dazu nöthigt, wie schon früher einmal erwähnt worden ist, das Wort „enthauptet“. Das heißt eigentlich: mit dem Beil getödtet, und ist der herkömmliche Name für die Todesstrafe, die im römischen Reiche üblich war. Warum sollte gerade so, und nicht lieber im Allgemeinen: getödtet gesagt worden sein, da doch auch auf andere Weise viele Bekenner des HErrn umgebracht worden sind, wenn kein Grund gewesen wäre, uns einen Fingerzeig zu geben, in welche Zeit wir den Anfang des tausendjährigen Reichs zu setzen haben? Vor allen ist dadurch den Aposteln die ihnen gebührende Ehre widerfahren, den Reigen derer zu führen, welche durch die Siegespforte eines rühmlichen Zeugentodes unter Lobgesängen eines freiwilligen Geistes in den Hochzeitsaal des Lammes eingegangen sind. Denn von denen wurden ja die Ersten, wie Jakobus und St. Paulus enthauptet. — Aber auch hier senkt sich bald der steile Bergpfad. Gleich neben die, welche zur Zeit des heidnischen Römerreichs „um des Zeugnisses JEsu willen“ getödtet worden sind, kommen solche zu stehen, die „um des Wortes Gottes willen“ Märtyrer wurden. Das lenkt unsern Blick schon auf die Tage eines Athanasius, in denen arianisch gesinnte Kaiser wohl nicht um des Namens JEsu, aber wohl um deß willen treue Knechte des HErrn,