# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1859_S259 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. 259 dacht, daß man damit nach einer Ehrenkrone gegriffen hätte? Ja, wen man zum Prediger weihte, den setzte man so zu sagen in den Dreck. Wo war da ein Stuhl? Und wer hätte sich selbst darauf setzen mögen? Dennoch aber war vor Gott alle Arbeit, Schmach und Verfolgung, die der übernahm, den man zum Hirten der Heerde Christi setzte, einem Königsstuhl gleich geachtet. Das will in der ersten Zeit der tausend Jahre diese Stelle sagen. Aber wie wurde es nachher? Die Kaiser liehen den Stühlen der Bischöfe ihren Glanz. Sie bekamen nun auch großen Einfluß auf die Besetzung derselben. Das sah der liebe Gott nicht gern und manches heilige Auge eines Kindes Gottes ward dadurch verletzt. Diese Besetzung an und für sich war ein ärgerliches Schauspiel der Gemeine des HErrn. „Man setzte auf dieselben“; aber wer setzte darauf und wen setzte man darauf? Ach, daß Gott erbarm'! Es war nur darum zu thun, daß man Stellen besetzte. Die heiligen Stühle, wie wurden sie entweiht! Als endlich die Stühle so schön gepolstert waren, da fand es schon vor Ablauf der tausend Jahre der Antichrist viel ersprießlicher, nicht darauf zu warten, bis ihn eine hohe Obrigkeit installirte, sondern er breitete seine Rockschöße auseinander, wies der heiligen Christenheit und den hohen Potentaten seinen allerheiligsten Hintern und setzte sich schönstens selbst auf die bequemen Sessel. Hätte sich doch jeder Christenmensch schämen sollen, dergleichen zu thun! Ja, eben darum wundert sich auch der heilige Geist solcher Greuel und Luther stand so sehr mit ihm im Einvernehmen, daß er alles Andere bei Seite setzte und dies als den einzigen Verstand der Worte in seine Feder faßte: „sie“ (die unverschämten Knechte Belials) wagten es (daß der Donner nicht drein schlug, war zu große Langmuth Gottes) und „setzten sich darauf“, auf die Stühle der Apostel, der demüthigen Knechte JEsu, derer, zu welchen der Herr gesagt hatte: „So soll es nicht sein unter euch!“ (Matth. 20, 26.) Billig übersetzte Luther so: denn die Bibel nützte ja denen nichts mehr, für die der obige Sinn der Stelle Bedeutung hatte, sondern sollte solchen in die Hände gegeben werden, die es unten im Thal bedurften, daß sie auch noch den fernsten Strahl von dem Augenlichte erhaschten, das hier die tausend Jahre durchblitzt, damit sie doch trotz des fürchterlichen Brüllens der höllischen Majestät mit Luther dabei ein gutes Gewissen hätten, wenn sie es verdammten, daß der Papst sich selbst auf die Stühle gesetzt hatte. „und ihnen ward gegeben das Gericht“—: „ihnen“, nämlich den Stühlen. Das heißt einfach so viel: die Gewalt, der Christus mit dem Wort: Gehet hin in alle Welt ꝛc. die ganze Erde unterworfen hatte, bekam wunderbarer Weise das Heft in die Hände. Ein Wunder war es. Erst strafte man die Apostel in Jerusalem und unter den Heiden darum, daß sie das Evangelium predigten, so daß sie gerichtet wurden, sobald sie laut Joh. 16, 8. dem heiligen Geist ihren Mund liehen und Gottes Zorn vom Himmel offenbarten (vgl. Röm. 1, 18.), und doch drang endlich durch die Kraft, die ihrer Botschaft innewohnte ohne fleischlichen Arm; ihre Stimme durch, so daß auch die Könige der Erde sich ihrem Urtheil unterwarfen. Aber von diesem