# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1859_S257 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang V. September 1859. No. 9. (Eingesandt von Pastor Röbbelen.) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. (Fortsetzung.) V. 4. „Und ich sahe Stühle, und sie setzten sich darauf, und ihnen ward gegeben das Gericht; und die Seelen der Enthaupteten, um des Zeugnisses JEsu und um des Worts Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Thier, noch sein Bild, und nicht genommen hatten sein Maalzeichen an ihre Stirn und auf ihre Hand, diese lebten und regierten mit Christo tausend Jahr.“ Wie der Schluß des Verses deutlich sagt, ist diese Stelle eine Schilderung der tausend Jahre, von denen eben die Rede war. Das Gesicht entspricht daher dem V. 1—3. enthüllten Bilde, ist wieder gleichsam das Kolorit. „Und ich sahe Stühle“: —Wie schon gute Augen dazu gehörten, um den Engel mit dem Schlüssel und der Kette im Getümmel der Welt wahrzunehmen, so sind auch diese Stühle von dem Geschlecht, das in jenen tausend Jahren auf der Bühne war, keinesweges so unbestritten geblieben, wie sie im Himmel für unbeweglich feste Ehrenthrone galten. Ja, man hat sie zum Theil umgestürzt. Dennoch haben sie selbst im Winkel ihre Stärke bewährt und wo sie auch gesetzt wurden, die allezeit mit zu Städten auf dem Berge erhoben, die ihnen eine Stätte einräumten. Es gilt also hier auch die alte Regel, daß die Weissagung nur dem Glauben einleuchtet, dabei aber dem Widerspruch der Vernunft ausgesetzt ist. „ich sahe Stühle“—: ein Anderer hingegen sah Bühnen für Lotterbuben (vgl. Apg. 17, 18.). — Was übrigens unter den Stühlen zu verstehen ist, bedarf keiner Erklärung, weil hier ja die Herrlichkeit eines Reichs vor dem Geiste, den die Weisheit dieser Welt bestürmt, zu seiner Stärkung aufgedeckt wird, von welchem Einer, der darin Bescheid weiß, gesagt hat, daß seine Gewalt Dienen sei (Matth. 20, 25—28.); sie können nichts anders bedeuten als das Amt, das Scepter und die Krone der Gemeine trägt, die als die Braut des Lammes auf dem Felsengrunde des Wortes über die Wellen triumphirt, von denen der 98. Psalm, V. 3. u. 4. redet. So verdeckt nun auch selbst in diesen tausend Jahren im Grunde ge⸗