# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1859_S255 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 255 sie, daß Hannover nicht so zähe sein wird. Zwar haben sie sich über Hannover durchaus nicht zu beklagen. Es werden nur die Wühlereien, womit sie in fremde Gemeinden greifen, in ihre Grenzen zurückgewiesen. Das ist es aber auch, was sie abstellen wollen, und was sie mit dem Namen Intoleranz, Bedrückung brandmarken. „Wir liegen,“ sagen sie, „unter dem schweren Joche religiöser Bedrückung und seufzen. Unsere Versammlungen werden gewaltsam gesprengt“ (nämlich in fremden lutherischen Gemeinden, denn niemand hindert sie an ihren eigenen Versammlungen), „die fremden Missionare werden verbannt, Geld⸗ und Gefängnißstrafen hindern unsere Wirksamkeit.“ Mit andern Worten: Die Regierung schützt sie gegen die Sorge um fremde Gemeinden und gegen die Uebertretung des siebenten Gebotes. Darum sagen sie: „Brüder! es wird hohe Zeit, daß wir uns rühren und gemeinschaftlich wie Ein Mann ans Werk gehen.“ Der Baptistensendling Haupt zu Bremen, der schon mehr als einmal polizeilich aus dem Hannoverschen ausgewiesen ist, hat eine Aufforderung an sämmtliche Baptisten in unserem Lande erlassen, worin er sagt: „Ich möchte vorschlagen, daß wir eine von allen Geschwistern im Hannoverlande unterzeichnete Bittschrift an Se. Maj., den König von Hannover, anfertigen lassen“ (vielleicht von einem der hohen Mitarbeiter an der N. Ev. K.⸗Z.), „in welcher wir unsere traurige Lage in Thatsachen schildern und um Abhülfe bitten.“ Haupt macht dann Vorschläge, wie das ins Werk zu richten ist, und schließt mit den Worten: „Also Hand an das Werk, die Thore müssen weit und die Thüren in der Welt hoch gemacht werden, damit der König der Ehren“ (nämlich Oncken und Genossen) „einziehe auch im Hannoverlande, und viele Sünderherzen ihm Palmen streuen.“ Sie könnten freilich ihre Mühe sparen. Unsere Regierung hat bis jetzt noch keine Lust gezeigt, in preußischen Schuhen zu gehen, und wird schwerlich den Baptisten das Proselytenmachen in freien Gemeinden freigeben, da sie es nicht einmal den im Lande anerkannten Kirchen gestattet. Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Amerika. Der „Fröhliche Botschafter“ aus Dayton, O., Organ der s. g. Vereinigten Brüder in Christo (deren Gemeinschaft von dem reformirten Prediger Otterbein gestiftet wurde) schreibt in seiner Nummer vom 9. Juni d. J.: „Daß besonders im englischen Theil unserer Kirche der Zustand der Religion an einer geistlichen Auszehrung leidet, wird bei uns gar nicht bezweifelt und ist auch den Augen anderer erfahrener Christen deutlich; daß aber dieses Uebel mehr herrschend ist in einigen Theilen des Westens, als im Osten, und weit tiefer eingewurzelt in den größern Städten, als auf dem Lande, ist, nach unsern Beobachtungen zu schließen, ganz sicher der Fall.“ Die Taufe und die Secten. Die Secten sprechen sich über die Taufe auf zweierlei Weise aus, die einen sagen gerade heraus, daß sie nichts als ein leeres Erkennungszeichen, eine Aufnahmeceremonie sei, andere hingegen, die im Grunde dasselbe davon halten, bedienen sich zweideutiger Worte, durch die sie in gleicher Weise diejenigen befriedigen wollen, welche die Taufe für ein Gnadenmittel halten, wie die, welche dieselbe für eine kraftlose Ceremonie ansehen. Die zweideutige Ausdrucksweise der letzteren bringt dieselben daher bei den ersteren in Verdacht, daß sie heimliche Lutheraner sein. So ist es vor kurzem den Methodisten zu ihrem großen Entsetzen ergangen. Ein Glied der Vereinigten Brüder in Christo hatte des Methodisten Richard Watson's, in dessen Theological Institutes dargelegte, Lehre von der Taufe als lutherisch angegriffen. Hierauf antwortet Nast: „Watson ist es nie eingefallen zu lehren, daß die Wassertaufe die Wiedergeburt sei. Er behauptet allerdings, daß sie die Thüre zur Kirche sei, aber das kann nur ein ganz verwirrter Kopf für dasselbe halten, als zu sagen: Die Wassertaufe sei die Wiedergeburt oder die große Sache der Seligkeit.“ Hierauf antwortet der Redacteur des „Fröhlichen Botschafters“ in der