# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1859_S244 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 244 Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. sondern wich seinem Druck. So viel an ihm lag, bestäubte er's nur, wenn es nicht gar bei der Berührung zerbrochen und von dem Licht geschmolzen ist, das dieser Herr daran hielt. Wie nun des HErrn Christus Leichnam durch das Siegel auf seinem Grabe zugleich geschützt wurde, daß ihn Niemand stehlen konnte, so hat auch dies Siegel den Teufel eben sowohl bewahrt, als unschädlich gemacht. Es rettete ihm das Leben. Kein Anderer, als Christus, durfte sich's anmaßen, an ihm zum Ritter zu werden. Als man den nun in die Wüste verscheuchte, hatte nichts mehr Macht über den Satan. „oben darauf“ — zeigt an, daß das Siegel eine Macht ist, auf welche der Teufel nicht gefaßt war. Er weiß selbst nicht, was ihm eigentlich den meisten Schaden thut und ihn so gewaltig in die Tiefe herabdrückt, daß er sich nicht von der Stelle bewegen kann. Es ist zu hoch oben über ihm, weil es zu klein ist, als daß er mit seinen hoffärtigen Augen Acht darauf haben könnte. Es ist damit grade, wie mit der Kreuzigung des HErrn. Daß die tiefste Erniedrigung Christi ihm das gebrannte Leid anthun sollte, war zu hoch über ihm; sonst hätte er die Juden nicht so gehetzt. So meinte er nun noch, die Verfolgungen, die er erweckte, sollten die Bekenner des Evangelii müde machen. Aber er traf niemals das Siegel. Er räth noch bis auf den heutigen Tag daran. Daß er's nach jenen tausend Jahren nicht mehr spürte, und sein Grab plötzlich offen stand, hat ihn nur überrascht; erklären hat er sich das nicht können. „daß er nicht mehr verführen sollte die Heiden“ —: das ist eigentlich der Schlüssel der Auslegung. Der Teufel sollte die Heiden nicht mehr verführen dürfen. Nun das wurde in den ersten tausend Jahren unsrer Zeitrechnung so vollkommen erfüllt, daß die Thüren in der Welt bis auf den heutigen Tag niedrig geblieben sind, die sich damals dem Könige der Ehren verschlossen. So fielen denn den alten Heiden die Schuppen von den Augen, daß sie einsahen, wie arg sie mit den Götzen betrogen worden waren. „bis daß vollendet würden die tausend Jahre“ —: eine schreckliche Weissagung. Fünftausend Jahre hat dann die Welt gestanden, und kaum Eine Jahrtausend den alten lieben Herrn missen können. „und darnach muß er los werden eine kleine Zeit“ —: er „muß“ — sein Wille ist's gar nicht, weil er so klug geworden ist, daß er einsieht, es kommt nichts dabei heraus, als wieder eine tüchtige Schlappe. Aber wie das Feuer nicht anders kann, es muß brennen, wo man es anzündet und die Meereswellen das Land überfluthen, wenn der Damm bricht, weil eine die andere mit unwiderstehlicher Gewalt treibt, so muß auch Satanas losbrechen, sobald das Siegel gebrochen wird. Das geschieht gerade dann, wenn alles ganz sicher ist, daß es keine Gefahr mehr habe. — Von welcher Zeit hier die Rede sei, ist oben schon gesagt worden. Von der großen Barmherzigkeit Gottes zeugt der tröstliche Zusatz: „eine kleine Zeit“. Worin es aber bestanden hat, daß er wieder los geworden ist, seit Gregor VII. das schon gelöste Siegel vollens herunterriß und zu gleicher Zeit die Türken der Braut⸗Christi