# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1859_S243 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. 243 empor. Und das richtete das Wort ganz allein aus. O mächtiger Schlüssel! Was brauchen wir mehr? „und versiegelte oben darauf“ —: es geht fast so zu, wie bei dem Begräbniß Christi. Und das soll die Christenheit sich merken. Denn er wird mal wiederkommen, und dann eben solches Leiden als einen Schmuck Christi anlegen (Antichrist). Nun wollen wir die Worte ansehen. Das Versiegeln drückt eine Handlung aus, die ihre Kraft von einer Gewalt bekommt, deren Wappen nur das Siegel ist, wie wenn im Namen der Obrigkeit verpfändetes Gut unantastbar gemacht wird, oder Pilatus das Grab Christi verwahrt. An und für sich ist es ein geringes Zeichen; aber es mahnt an Jemand, der es rächen wird, wenn man's nicht achtet. Was ist das nun hier? Das Wort und Zeugniß, haben wir gesehen, ist schon unter dem Schlüssel und der Kette vorgestellt. Außerdem ist ja nun Satanas längst gebunden und unschädlich gemacht worden. Was soll das Siegel auf dem Grabstein bedeuten? Ja, da frage. Was war das Zeichen, womit Gott Kain brandmarkte? Was ist es, das noch heute dem Juden in der Christen, ja in der Welt Augen ein solches Gepräge gibt, daß Niemand versucht wird, seine Weise anzunehmen? Man fühlt die Kraft solches Siegels und sieht doch nichts. Denn die besondere Sitte ist es ja an und für sich nicht. Was kann man nicht sonst alles annehmen? Es ist ein geheimer Bannfluch, dem Gott in den Herzen der Menschen Nachdruck gibt, ohne daß sie sich Rechenschaft davon geben können, wie sie eigentlich dazu kommen, sich unter ihn zu beugen. Was vorher alle Welt bezauberte, ist nun ein Scheusal aller Welt worden. Damit ist alles gesagt, was sich von dem Siegel sagen läßt. Machen wir die Probe. Der jüdische Tempeldienst mit seinem Priesterthum und seinen heiligen Satzungen schreckte bis zur Auferstehung noch die Jünger selbst so mächtig, daß sie sich scheu zurückzogen, als die Pfleger desselben Christum verdammt hatten. Aber am Ostermorgen spürten gleich die Hüter des Siegels Kraft, wovon hier die Rede ist und die Hohenpriester respectirten es nicht minder. Pfingsten findet die Apostel entzaubert und von da an ist es der satanischen Macht des jüdischen Priesterordens, wie man ihn, seitdem der Vorhang im Tempel zerrissen war, anzusehen hat, nicht mehr möglich, ihre Ohnmacht zu verpanzern. Weltliche Gewalt hat die Kaiphasrotte noch; aber das Siegel kann sie nicht wegschaffen. In der Zerstörung Jerusalems wird's dann vollens offenbar, weß das Bild und die Ueberschrift ist. Die heidnischen Altäre hatten gleichfalls, bis die Apostel in alle Welt gingen, mit dem Raube göttlicher Majestät in gutem Frieden geprangt. Als aber das Wort vom Kreuz erscholl, mußte selbst der andächtige Advocat der großen Göttin Diana die ganze Stadt Ephesus mit der Klage erfüllen, daß es der Mond mit der Sonne nicht aufnehmen könne. Daß die Herzen trotz der alten Heiligthümer und alles Prunks ihrer Feste plötzlich erkalteten, hatte wieder seinen einzigen Grund in dem Siegel, das Gott den Götzenbildern auf die Stirn drückte. Der Kaiser Constantin war dann endlich so verständig, daß er sich weisen ließ. Er drückte aber nicht das Siegel,