# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1859_S240 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 240 Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. der Christenheit, sondern sind von Anfang an das Grauen einfältiger Kinder Gottes und treuer Hirten JEsu gewesen. Der Unterschied ist nur, daß sie jetzt, wo sich Alles das der alten lautern Wahrheit Gottes widerspricht, breit machen darf, ohne daß man ihm das Handwerk legen kann, ein wenig dreister das Haupt erheben. Und dann ist das struppige Haar, das noch zu Luthers Zeit rothborstig über den Nacken herabhing, indessen silberweiß worden. Wenn das nicht wäre, so würde man wohl kurzen Proceß mit ihnen machen: denn so staatsgefährlich sie im Grunde sind, so schlottern ihnen nun doch allgemach die Kniee; statt, wie ehedem, mit dem Schwert der Weissagung zu Hülfe zu kommen, getrauen sie sich nur noch, an einem Stabe, der fast wie die apostolische Lehre aussieht (die Rinde ist aber abgeschält, darum kann er nicht mehr grünen —: oder ist's etwa nicht derselbe Schutz für's Wort, daß ihm in seinem innersten Wesen eine Entfaltung seiner verborgenen Herrlichkeit auf dieser alten Erde, die Christi Blut getrunken hat, widerspricht, den der Saft der Bäume so lange genießt, als sie die Art nicht ihrer Hülle entkleidet?) in das nahe tausendjährige Reich ihrer Träume zu wanken. — Kämmen lassen sich übrigens noch heute ihre Borsten nicht. Was mag nicht für Ungeziefer darunter wimmeln? Darum keine Gnade! Die Scheu vor einem grauen Haupt hat hier nicht Statt. Wer sich grau gesündigt hat, wird so wenig verschont, wie ein Kind unschuldig ist. Aber meine Zähne werden's nicht thun. Um ein anderes Bild zu gebrauchen: wir sind einem Strudel nahe gekommen. Da gilt es vorsichtig schiffen. Gott setzt uns auf solche Proben. Wer einfältiges Herzens ist und die Richtschnur des Glaubens nicht aus der Acht läßt, kommt glücklich vorüber. — Ich drücke mich dicht an Luther. Ich weiß, er war einfältig und verstand sich auf den Kompaß so gut, wie auf die Ruder. Seine Zähne haben die Nuß geknackt. Der süße Kern, der herausgekommen ist, hat's bewiesen. Was schreibt also Luther von diesen tausend Jahren? So lauten seine Worte: „Die tausend Jahre müssen anfahen, da dies Buch ist gemacht, denn der Türk ist allererst nach tausend Jahren kommen, indeß sind die Christen blieben, und haben regiert, ohn des Teufels Dank. Aber nu will der Türk dem Papst zu Hülfe kommen, und die Christen ausrotten, weil nichts helfen will.“ Wer lachen will, der lache. Ich bleibe in allem Ernst bei dieser Auslegung der tausend Jahre. Mit der Erlösung, die Christus erfunden hat, fangen sie an. Es gibt weiter keinen Zeitpunkt, der des Teufels Herrschaft fühlbar gebrochen hätte. Das Wort klingt ja schon im Paradiese und bricht der Schlange das Genick. Keiner, der glaubt, hat von Adam an den Teufel zu fürchten. Aber ein Unterschied ist zwischen Erfüllung und Weissagung. Wie die Zukunft des HErrn ins Fleisch thatsächlich das höllische Reich gestürzt hat, das doch schon lange zuvor über die Gläubigen keine Macht hatte, so ist sonderlich in der Auferstehung Satanas gebunden worden. Man denke an die vielen Teufelaustreibungen, an das Wort des HErrn: „Ich sahe Satanas vom Himmel fallen wie einen Blitz,“ und daß dies die ganze apostolische Zeit hindurch in Kraft des Namens JEsu geschah, und frage dann,