# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1859_S239 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. 239 Sinn. Teufel heißt Verkläger oder Verleumder. So nennen ihn die Griechen. Merkt euch, ihr Heiden, ruft uns hier der heil. Geist zu: verklagen wird er Christum und um seinetwillen übel von euch reden, sein Geschäft wird das sein; hütet euch, daß ihr ihm nicht ins Amt greift und sein Werk thut. Aber die Warnung ist überhört worden. Wie haben nicht die Heiden erst so lange den verklagt und verleumdet, der längst den Verkläger gestürzt hatte! Satan heißt Verfolger und Widersacher. Wie schön haben den Namen die Juden verstanden! Sie widerstanden und verfolgten den, den sie hätten zujauchzen sollen, daß er den Widersacher der Menschenkinder gestürzt habe. Darum muß es hier gesagt werden. „welche ist" spottet der menschlichen Weisheit und Heiligkeit. Ist es doch wunderbar und schier närrisch, daß einem ein Feind, dessen Scepter die Welt von Adam an unterworfen gewesen ist, erst noch so deutlich beschrieben werden muß, wie man einem Kinde die Buchstaben zeigt, den Juden sowohl, wie den Heiden, obgleich der heil. Geist wohl wittert, daß sich's die Juden in ihrem Dünkel nicht werden gefallen lassen, die so gut wußten, wer der Teufel wäre, daß sie Christum so nannten. Ach, wie bedarf die Christenheit heutiges Tages einen solchen Schulmeister! Sieht sie immer da des Teufels Werkstatt, wo man beflissen ist, der Kirche Arbeit mit Koth der Lästerung unkenntlich zu machen und mit stolzem Muth wider den Stachel der Wahrheit löckt? Sie nennt's wohl gar die Kirche und die einige wahre Kirche! Daß es so genau gesagt wird, wen der HErr Christus in der Höllenfahrt gegriffen hat, ist eine warnende Weissagung, wie schwer es nach der Zeit sein werde, zu glauben, welcher Feind von Christo überwunden worden sei. Theils wird man seine bedrohliche Gestalt gar so hoch nicht anschlagen, theils wird man ihr wieder anheimfallen, ohne es zu wissen. So, so — spricht darum der heilige Geist — sieht das Ungeheuer aus: merkt's euch auf die Zeit, wann es wieder losgelassen werden wird, daß ihr dann in der Wahl nicht irrt. Jetzt kommt die Nuß. Wer Zähne hat! Wer bessere hat, als Luther! Ich fürchte das Zähnebrechen. Auch habe ich keine Lust, mir vom Teufel unvermerkt eine hohle Nuß ins Maul legen zu lassen. Wir haben Wurmmehl genug bekommen. Ein Besen wäre uns mehr nütze, den Misthaufen wegzufegen, der einem bange macht, vor den vielen Auslegern dieser wenigen Worte selbst einen Zugang zu finden. Etwas Kleines ist es nicht, mit ihnen fertig zu werden. Haben sich doch in den ersten Jahrhunderten schon nicht wenige treue Lehrer der Kirche, die sonst gewohnt waren, die grimmigen Zähne der Löwen blecken zu sehen, wenn sie Gottes Wort vor den Heiden bekannten, um deßwillen gescheut, die Offenbarung in die Hand zu nehmen. Denn die Chiliasten (d. s. nämlich die, welche aus unsrer Stelle die Lehre von einem tausendjährigen Friedensreiche der Kirche spinnen und damit dem HErrn Christo ins Angesicht schlagen, der gesagt hat: „Gleich aber, wie es zu der Zeit Noä war, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohns," Matth. 24, 37., vgl. Luc. 17, 26—30. und 20, 21.) spuken nicht erst seit gestern in