# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1859_S238 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 238 Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. große Ehre, lag sie doch vorher unter dem Futtersack! — Aber: Er läßt Sich nicht spotten, — die Kette ruht in Seiner Hand. V. 2. „Und er griff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der „Teufel und der Satan, und band ihn tausend Jahr.“ Dies wird hier um deßwillen aus der Geschichte der Auferstehung Christi, in die uns der vorige Vers zurückführte, um uns gleichsam vom Fuß des Ber⸗ ges, den wir erstiegen haben, den vollen Anblick seiner Höhe zu gewähren, be⸗ sonders herausgehoben, weil es in tiefes Dunkel eingehüllt gewesen ist und der Teufel durch die Uebermacht, die er später wieder bekam, die Apostel, die davon schreiben, Lügen gestraft hat. Wenn demnach das, was hier und in den nächstfolgenden Versen gesagt wird, einem blitzenden Schwerte zu ver⸗ gleichen ist, das die gerettete Schaar des HErrn gegen den Feind zieht, der sich rühmt, das Panier, um welches sie sich wieder sammeln wolle, längst in den Staub getreten zu haben — das ist ja eben die Auferstehung —, so möchte man den Schluß des folgenden dritten Verses („und darnach muß er los werden eine kleine Zeit“) die Spitze desselben nennen. Denn was den höllschen Goliath zu der Frechheit vermochte, seinen Sturz für ein Mährlein zu erklären, war eben der Muthwille, den ihm Gott nach vorbedachtem Rath kurz vor der Reformationszeit vergönnt hatte. Aber nun muß er hören, daß dadurch nicht allein dem Werk des Sohnes Gottes, der ihn in der Höllenfahrt band, kein Abbruch geschehen sei, sondern auch alles, was daraus entstand, mit in dem Liebesplan Gottes gelegen und daher zu seiner Verherrlichung gereicht habe. Mit großem Siegesmuthe, im heiligen Trotz gegen die Pforten der Hölle, die es dem HErrn streitig machen, ruft also der, welcher solches sieht: „Und er griff den Drachen“ ꝛc. und steigert den Jubel, wenn er dem gestürzten Feinde alle seine Ehrentitel gibt: „den Drachen!“ — der so stechende Augen hat, vor dem alles flieht, dessen ward Er mächtig, den überwand, den griff Er; „die alte Schlange!“ — denn das macht den Sieg noch größer, daß der Feind so lange geherrscht hat, ohne daß ihm Einer widerstehen konnte. Tröstlich ist es, daß hier „die alte Schlange“ genannt wird, die an den Sündenfall mahnt und durch Eva alles Verderben in die Welt gebracht hat, weil ihre Ueber⸗ windung die Quelle alles Elendes verstopft, „welche ist der Teufel und der Satan“ — erklärt eben sowohl die vorigen Titel, wie es sie erhöht. Die Namen sind griechisch und ebräisch. Der griechische steht voran. Will man darin etwas finden, so möchte es anzeigen, daß die Heiden sowohl, wie die Juden, vom Teufel überwältigt waren, als Christus kam, kurz daß der, wel⸗ cher vorher als ein in seinem Wesen fürchterlicher, der Zeit nach alter Feind beschrieben worden ist, auch ein ganz allgemeiner Feind sei und deßhalb alle Menschenkinder über seinen Sturz jubeln sollten. Angedeutet ist dann zu⸗ gleich, wie es so ganz anders kommen werde, als man glauben möchte. Es heißt ja sonst immer: „zuerst die Juden und dann die Griechen;“ aber nun führen die den Reigen, welche in ihrer Sprache Teufel sagen, wenn sie seine Niederlage besingen. In der Bedeutung der Namen liegt auch ein guter