# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1859_S237 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis. 237 „und eine große Kette in seiner Hand“ —: „die kann Niemand brechen, und Glied reiht sich an Glied in unabsehbarer Länge. Der Schlüssel ist das Wort. Die Kette sind die Prediger des Worts. Sie stehen in Christi Hand und unauflöslich an einander geschlossen. „Ein Tag thuts kund dem andern.“ Er hat beides; aber wer steht's dafür an? Eben darum darf's wohl ge⸗ schrieben werden, daß Einer es sah. Merkwürdig, daß die Papisten dem Volk einbläuen, Luther sei an eine Kette angeschlossen, so könne ihn in der Hölle sehen, wem Gott die Augen öffne. Nun, wenn der Teufel lügt, stiehlt er die Wahrheit. Sie brauchte dann bloß an einem andern Orte zu stehen, so wäre alles recht. Hier beruht auch der ganze Irrthum darauf, daß man für „Schlüssel des Abgrunds“ setzt: im Abgrund der Hölle angeschlossen, und aus der „großen Kette“ in Christi Hand eine solche macht, womit der Luther gebunden worden sei. Es ist mir wieder schier, als wenn ich Elias spotten hörte: „Ein Engel vom Himmel,“ seht ihr Papisten, die ihr um Baals Altar hinkt, Er, Er hat den Schlüssel, der euch in der That ein wahrer Schlüssel des Abgrunds ist, ein Höllen⸗ und Teufelsschlüssel; aber nehmt euch in Acht, er dreht ihn euch um: dann wird, was ihr in den Abgrund der Hölle verdammt, Eure Ver⸗ dammniß. Und in Seiner Hand, seht nur her, wendet euch nicht ab, hangt die ganze große Kette, die für euch wahrlich eine Kette ist. Aber ich will euch schonen: ich schreibe nicht geradezu in seiner Hand; sondern so, daß eure Ohren, wenn ihr's überhaupt vernähmet, „gegen seine Hand“ daraus machen dürften. Denn gegen Ihn ist sie, wie ihr sagt, und darum habt ihr sie kennt⸗ lich genug gemacht, und von euren würdigen Vorgängern in der Sieben⸗ hügelstadt an Glied für Glied der großen Kette mit Ketten belastet. Aber Ihr werft sie nur dagegen: sie fällt auf seine Hand, könnte sie sonst fort und fort klirren, daß euch die Ohren gellen? Und im Ernst, es ist nicht ohne, daß epi (heißt: gegen, auf, an eher, als in) steht. Wenigstens für die Glieder der Kette, besonders die, welche noch dazu recht weit und bis nahe vor dem jüngsten Tage herabhangen, muß es tröstlich sein, daß es auch der heilige Geist weiß und darnach die Worte setzt, wie sie sich's müssen streitig machen lassen, daß Christus sie trägt und wie sie selbst mit Gebet und Flehen ringen, trotz der Lüge des Teufels und ihrem eigenen ungläubigen Fleisch sich an die Hand anzuklammern, und auf sie zu werfen, die nach ihrem eigenen Gefühl gegen sie gerichtet ist. Ja, Christus macht's ihnen mit Gewalt schwer, weil er sie mit der ganzen Kette unter die Handwurzel zurückschiebt und wenn sie sich den Fingern nähern wollen, wieder fast unwillig an den Ort schleudert, den er ihnen angewiesen hat, weil Er mit seiner Hand den Schlüssel der Erkenntniß Selbst halten will. — Man muß sich nur wundern, daß er Glieder zu der Kette gefunden hat und noch immer sich eins ans andere schmieden läßt. Nun, dafür nennt Er sie aber auch „groß“, die rostige Kette, die man, weil's bergab geht, zu weiter nichts gebrauchen mag, als daß man die Räder am Wagen Gottes sperrt: —