# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1859_S233 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang V. August 1859. No. 8. (Eingesandt von Pastor Röbbelen.) Das zwanzigste Capitel der Offenbarung St. Johannis*). Wenn Jemand seinen Stock vergessen hat, so muß er umkehren. Ob⸗ gleich ich daher schon Abschied genommen habe, wage ich es noch einmal, den lieben Lesern des „Lutheraners“ unter die Augen zu treten. Was ich nach⸗ holen will, dürfte mir auf meiner ferneren Wanderung eben so nöthig sein, wie einem Pilger das Instrument, womit man sich der Hunde erwehrt. Denn wiewohl die kurze Glosse über das zwanzigste Capitel der Offenbarung, womit ich aufgehört habe, da hinreichen möchte, mir freien Paß zu verschaffen, wo man Luthers Namen in Ehren hält, so kann einer doch heutiges Tages nicht weit reisen, ohne auch durch solche Dörfer zu kommen, in deren Feldmark unser Gewährsmann höchstens noch für einen Flurschützen gilt, der den Zwinglia⸗ nern die Wege verbietet. Ja wer weiß, wie lange er nur dies geringe Amt noch behalten wird? Sind nicht Sprüche wie der: „Thue das, so wirst du leben!“ oder: „Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten!“ für eine Zeit, die nach ihren Eindrücken urtheilt am Ende gar eben so schlagend, um unsern alten Invaliden ins Hospital zu verweisen, wie „die Handauflegung der Aeltesten“? Der „Papst“ der Symbolgläubigen kann sich in die Engels⸗ burg trollen. Dort ist er wohl sicher genug; aber damit ist mir nicht gehol⸗ fen, der ich meine Straße ziehen soll. Ich fürchte für meine Hacken, mag auch öfter mehr gebellt als gebissen werden. Verliebte Leute kommen bald in Harnisch. Man braucht nur eben über die frischen Farben ihrer Phan⸗ tasieen hinzustreifen. Wer kann mir deshalb jetzt, wo so Viele in den Traum *) Diese Erklärung des 20. Cap. der Offenbarung St. Johannis ist schon vor bei⸗ nahe drei Jahren für den „Lutheraner“ eingesandt worden. Wir legten sie aber zu⸗ rück, da wir fürchteten, daß sie die Fassungskraft einer großen Anzahl der Leser dieses Blattes übersteige. Wir freuen uns, diese Erklärung nun durch „Lehre und Wehre“ mittheilen zu können. Wir sind fest überzeugt, daß dieselbe die richtige, die allein richtige und mögliche ist, und hoffen, daß alle Leser, welche von Luther's Lehre durchdrungen sind, zu derselben Ueberzeugung gelangen werden. Daß unser theurer hochbegabter Röbbelen die goldenen Aepfel der Wahrheit noch dazu in silbernen Schalen darreicht, bedarf keiner Erwähnung. Wer sich an die Tafel setzt, auf welcher Röbbelen seine Gerichte aufträgt, merkt bald, daß er fürstlich bewirthet wird. D. R.