# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1859_S232 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 232 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. vertreibe, daß er vielmehr diesmal zuerst gehen müsse. Der Fieschietto, ein Sardinisches Blatt, verlangt die Versetzung des Pabstes nach Jerusalem. Von München schreibt man: „Der hl. Vater ist in milderer Form bereits eben so gut ein französischer Gefangener, wie einst Pius VII. Er ist jetzt schon nicht mehr Herr seiner persönlichen Bewegung und steht unter General Goyon. Wie man aus Rom berichtet, würde einer Abreise des Pabstes nach Frankreich nichts im Wege stehen, nur anders wohin läßt man ihn nicht reisen, ausge⸗ nommen, wenn er abdanken würde. Daß man das Letztere sehr eifrig in den Tuillerien wünscht, um einen Napoleoniden auf den hl. Stuhl setzen zu können, der von Paris aus seine Befehle erhält, daran zu zweifeln haben wir nicht den geringsten Grund. Das Univers erwähnt eines Gerüchts in Madrid, als wenn der Pabst, im Fall die Revolution sich auch über den Kirchenstaat ausdehnen sollte, auf den balearischen Inseln eine Zuflucht finden würde; schon habe das Ministerium vom span. Botschafter in Rom den Rath erhalten, 10,000 Mann nach diesen Inseln zum Schutze des Pabstes zu schicken. Dr. Sander, Superintendent in Wittenberg, starb am 28. April dieses Jahres. Marburg. Folgendes lesen wir im Pilger aus Sachsen: Der Consistorialrath Vilmar, der wider die theologische Facultät zu Marburg, die in alten Zeiten eine gut lutherische war, eine Streitschrift erlassen hatte und von den Herren deshalb gerichtlich be⸗ langt worden war, ist jetzt verurtheilt worden und zwar zu 33 Thlr. Geldstrafe oder 18 Tagen Gefängniß. Wir fragen dabei, wie theuer, besser: wie wohlfeil muß denn die Ehre einer ganzen Facultät sein, die sich mit 33 Thlrn. wieder herstellen läßt? Die Facultät aber hat in dem Handel ihre Ehre gesucht und — gefunden. Königsberg, 18. April. Die „Protestation“ gegen Civilehe ꝛc. in der Heng⸗ stenberg'schen Evangelischen Kirchenzeitung, welche zu dem bekannten Erlasse des Oberkir⸗ chenraths an die Consistorien führte, ist nach den angestellten Ermittelungen von dem hiesigen Generalsuperintendenten Dr. Sartorius verfaßt. Derselbe ist einstweilen von seinem Amt beurlaubt worden. Aus Sachsen, 27. April. Man schreibt der „Fr. P. Z.“: Die größere Frei⸗ heit, welche man gegenwärtig in Preußen den deutsch⸗katholischen und freien Gemeinden ge⸗ währt, hat den Gedanken zur Abhaltung eines allgemeinen Concils in Leipzig im nächsten Juni hervorgerufen, um sich über eine gemeinsame Organisirung und freiere Stellung dem Staate gegenüber zu berathen. Der Centralvorstand jener Gemeinden in unserem König⸗ reich hat zunächst dem Provinzialvorstande der schlesischen Gemeinden hiervon Mittheilung gemacht. Barmen, 28. April. Gestern ist von Berlin die Nachricht eingetroffen, daß der Kirchentag, der hier gehalten werden sollte, abgesagt ist. Es ist theils die Spaltung unter den Häuptern, theils die Kriegsbesorgniß die Ursache. Berlin, 2. Mai. Heute ist nun in der Ehegesetzcommission des Herrenhauses der Bericht verlesen worden. Die Civilehe ist gänzlich verworfen; ein Antrag von fünf Mit⸗ gliedern auf Nothcivilehe für die Fälle kirchlicher Verweigerung der Trauung wurde mit 9 Stimmen verworfen. Den Ehescheidungsgründen dagegen ist beigetreten. Dem Wesen nach ist das Gesetz somit verworfen und würde voraussichtlich auch im Plenum kein anderes Schicksal haben. (Allg. Z.) Druckfehler im Juni⸗Heft. Seite 162 Zeile 2 von oben lies nimmt statt einnimmt. „ „ „ 7 „ unten lies Vollendete. „ 163 „ 2 und 3 von oben lies zeiträumlich statt zertrennlich. „ „ „ 15 von oben streiche zwar nicht. „ „ „ 16 „ unten lies Jesu. „ 165 „ 8 „ oben lies inner statt immer. „ „ „ 17 „ oben lies innergöttlichen. „ 167 „ 6 „ oben lies Aussage. „ „ „ 10 „ unten lies der vor Sterblichkeit. „ 168 „ 10 „ unten lies neue statt nur. „ 169 „ 20 „ oben lies ist es statt es ist. „ 170 „ 17 „ oben lies unbeschränkte statt beschränkte. „ „ „ 6 „ unten lies nach statt noch. „ 172 „ 10 „ unten lies die vor alles. „ „ „ 8 „ unten lies durchgrinst statt durchgreift. „ 173 „ 4 „ oben Parenthese vor und und nach Christi. „ 174 „ 1 „ unten lies begriffliche statt begreifliche.