# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1859_S228 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 228 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. sie das erste nicht können und das zweite nicht wollen. Sie begnügen sich damit, die ausge⸗ brannten Bomben mit großem Heldenmuth in unser Lager zurückzuwerfen. — G. Sch. Falscher Glaube, falsche Moral. — Dafür gibt der Luth. Observer, dessen widerbiblische und unlutherische Irrthümer im Glauben öfter in unsern Zeitschriften bespro⸗ chen worden sind, einen Beleg, wenn er seinen Lesern in Bezug auf den bekannten Mord von Key durch Sickles in Washington folgendes Pröbchen seiner Moral mittheilt: „Ein Mann sollte gerühmt werden, wenn er einem der heiligsten Instincte der Natur gehorcht, und nicht verdammt, wenn er Unbill rächt, welche die Grundlagen der Gesellschaft zerstören würde, wenn sie nicht ausgeglichen würde. Sowohl der Buchstabe als der Geist der Bibel erklären Ehebruch für ein todeswürdiges Verbrechen, und die Lehren dieses Buchs sind mit den edelsten Instincten unserer Natur im Einklang, und diese sind eine feurige Mauer um unsern Herd und um unser Haus.“ Wie der Observer in Glaubenssachen verfährt, so thut er auch in der Ethik. Da ihm die Begriffe seiner fleischlichen Vernunft und Unvernunft höher stehen, als die göttliche Wahrheit der heil. Schrift und des kleinen Katechismus, so scheut er sich nicht vor Sophisterei und nicht vor dem Mißbrauch der Bibel selbst, um seine tollen Mei⸗ nungen zu beschönigen und scheinbar zu beweisen. Key hat mit Sickles Weib im Ehebruch gelebt, Ehebruch ist nach der Schrift und den „edelsten Instincten unserer Natur“ ein todes⸗ würdiges Verbrechen, folglich hat Sickles „rühmlich“ gehandelt, daß er den Key erschossen hat. Das ist die Logik des Observer. Daß die heil. Schrift nur der öffentlichen Obrig⸗ keit das Schwert gibt, das Recht, einen Menschen am Leben zu strafen, und daß sie alle und jede Rachsucht für Sünde erklärt: darauf kommt es freilich dem Observer nicht an. Er hat seinen Zweck erreicht, und nach seiner Meinung bewiesen, was er beweisen wollte. Da⸗ mit hat er sich aber, wie auch der Missionary bemerkt, in diesem Stücke als einen Gesin⸗ nungsgenossen der Loafer⸗ und Mörderbanden dieses Landes dargestellt. Er hat einen Mord gutgeheißen und ihn nicht bloß zu entschuldigen oder zu rechtfertigen gesucht, sondern für eine rühmliche That erklärt. Sagen wir nicht recht, daß es eine Lüge ist, wenn er sich mit seinen Gesinnungsgenossen in der Generalsynode lutherisch nennt, daß er diesen Namen Luther und der Kirche zum Hohn und zur Schande trägt? G. Sch. Norwegische Professur am Concordia⸗College zu St. Louis. — Nach dem „Maanedstidende“ hat Pastor Larsen den an ihn von Seiten des Kirchenraths der norwegischen Synode ergangenen Ruf als norwegischer Professor am Concordia⸗College angenommen. Auch hat der Kirchenrath beschlossen, daß von dem Universitätsfond der nor⸗ wegischen Kirche, der sich jetzt auf 9276 Dollars beläuft, ein Stipendium einem befähigten Candidaten in Norwegen verliehen werden solle, damit ein solcher in den Stand gesetzt würde, sich für eine zweite norwegische Professur am Concordia⸗College oder an einem zu errichtenden norwegischen College auszubilden. G. Sch. Allgemeine skandinavisch⸗lutherische Conferenz. — Das „Maa⸗ nedstidende“ enthält einen Aufruf vom Präsidenten der norwegischen Synode, A. C. Preus, zu einer allgemeinen skandinavisch⸗lutherischen Conferenz, welche vom 8. bis 11. oder 12. Juli zu Chicago abgehalten werden soll. Zweck dieser Versammlung ist Herstellung eines besseren Verhältnisses und Beseitigung von Mißverständnissen zwischen den verschiedenen skan⸗ dinavischen lutherischen Kirchengemeinschaften. Alle norwegischen, schwedischen und däni⸗ schen Pastoren lutherischen Bekenntnisses sind zu dieser Conferenz eingeladen. G. Sch. Auf die Auslassungen des Theophilus in No. 193 des Lutheri⸗ schen Herolds diene folgendes zur Erwiderung: 1. Daß er sich in seinen Conjecturen über die Person des B. gänzlich irrt, 2. daß wir bei unsern Aeußerungen über den Uebelstand des Nebeneinanderbestehens zweier lutherischen Synoden innerhalb eines und desselben Ge⸗ biets und die zu erzielende Verschmelzung beider Synoden nicht im entferntesten von irgend welchen Annerationsgelüsten, sondern einfach von ganz objectiven Gründen leiten ließen. Wer nur eine Idee von kirchlicher gottwohlgefälliger Ordnung hat, muß ja gestehen, daß ein Neben⸗ und Durcheinanderwohnen, ja ein fortwährendes Durchkreuzen zweier kirchlicher Körper nicht ein Normalzustand, sondern ein Uebelstand ist, der die Einigkeit im Geiste nie fördern kann, oft aber aufs bedenklichste gefährden muß, wie es ja am Tage ist und die Er⸗ fahrung lehrt. Sollte nicht Theophilus selbst wünschen, daß dieser Uebelstand einem Ver⸗ schmelzen beider Synoden Raum geben möchte? Daß zwischen der Ohio⸗ und Missourisynode bei allem formellen Bekennen zu den symbolischen Büchern nicht unerhebliche Differenzen ob⸗ walten, ist eine Thatsache, die wir uns um unsrer selbst willen nicht verhehlen sollten und die durch ein höfliches Becomplimentiren, das Theophilus eine gegenseitige Anerkennung der Orthodoxie nennt, nicht weggeräumt werden kann. Wenn wir die allgemeine Conferenz für das zweckmäßigste Mittel hielten, ein wahres brüderliches Einverständniß herbeizuführen, so wollen wir uns gern eines bessern belehren lassen, wenn Theophilus ein noch zweckmäßigeres uns nennen wird. Brohm. II. Ausland. Die Jesuiten sind, wie der „Wahrheitsfreund“ meldet, aus Montevideo (Süd⸗ amerika) verwiesen worden.