# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1859_S223 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lesefrucht. 223 um seine Partei zu vergrößern; wie er denn auch dem Landgrafen von Hessen erlaubte, zu seiner noch lebenden Frau eine zweite zu nehmen." — So lau⸗ tet's. Und darunter stehen zum Anhalt für den Lehrer die Fragen: „Wer war der Urheber des Abfalls von der Kirche im 16. Jahrhundert? Was war das für ein Mann? Wodurch hat er seinen Kampf gegen die Kirche ange⸗ fangen? Blieb er hierbei stehen? Wie betrug er sich nun gegen den Papst? Welche Neuerungen führte er ein? Was gestattete er den Mönchen und Non⸗ nen? Was den Fürsten und Herren? War sein Wandel auferbaulich? Lehrte er das reine Wort Gottes? Nenne mir einige seiner Irrthümer! Was fand seine Lehre für eine Aufnahme bei dem Volke und bei den Großen? Wie er⸗ wies Luther sich willfährig gegen den Landgrafen von Hessen?" — Ist da nicht fast jeder Satz eine Lüge oder Verdrehung der Wahrheit? Und wie mag's mitunter mündlich lauten! — Das protestantische Oberconsistorium hat das natürlich nicht so hingehen lassen. Es ist höheren Ortes darum ein⸗ gekommen, „den beanstandeten Stellen eine andere Fassung zu geben." Nach vierjährigem Harren erfährt man jetzt: „daß nunmehr entsprechende An⸗ ordnungen getroffen worden, die Stellen, welche nach ihrer Fassung zu einer Störung des kirchlichen Friedens Anlaß bieten könnten, für die Zukunft zu beseitigen." — So steht in der Erlanger Zeitschrift für Protestantismus und Kirche (vom October 1858). Da wäre denn abzuwarten, ob und wie besei⸗ tigt wird. Wo es nun aber schon in den „fleischernen Tafeln des Herzens" geschrieben steht? — Erhalt uns, HErr, bei Deinem Wort und steuer des Papsts und Türken Mord! K. (Pilger.) ——— Lesefrucht. ——— Böhner sagt in der Vorrede zu seinem Werke über Christenthum und Materialismus: „Wenn Herr Büchner in seiner ersten Auflage von „Kraft und Stoff" schon im voraus triumphirt, daß die Leute mit materia⸗ listischer Denkweise bald die Mehrheit bilden und die Welt nach ihrem Dogma verbessern würden; wenn er sogar allen Forschern, die sich erlauben, anderer Ansicht zu sein, als er, den Bannfluch der „Bornirtheit" an den Kopf wirft, so müssen wir das Urtheil über solche leidenschaftliche Ausfälle andern überlassen, da wir uns hier mit Personen und Beleidigungen ganz und gar nicht befassen. Nur eine wirkliche Thatsache erlauben wir uns zur Beleuchtung solcher Logik anzuführen. In einer Irrenanstalt zu Leyden erklärte ein Kranker einem besuchenden Fremden in sehr zuvorkommender Weise die zweckmäßigen Einrichtungen der Anstalt. Auf die Frage des Fremden: „Was für ein Geschäft haben denn Sie, mein Herr, in diesem Hause?" antwortete der Kranke ironisch mit funkelnden Augen: „Ich bin verrückt." — Als ihn darauf der Fremde verwundert anblickte, setzte der Patient hochfahrend hinzu: „Leider bilden die Männer von meinem Talente jetzt noch die Minderheit in der Welt, aber ich sage Ihnen, sobald wir die Mehr⸗