# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1859_S199 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einige Glossen über die diesjährigen Sitzungen der sogenannten ꝛc. 199 eines Gehorsams gegen Gott, der Anfang christlich brüderlicher Liebe. Statt dessen schlug die kluge, amerikanisch-lutherische Politik einen hinterlistigen Schleichweg ein, der nicht hätte unehrlicher, unlutherischer und unbiblischer sein können. Welche Unehrlichkeit ist es, erst Jemanden in eine Gesellschaft einzuschmuggeln und hinternach, um wenigstens den Schein zu retten, formell zu fragen, ob er sich nun auch vielleicht gütigst der Ord⸗ nung der Gesellschaft fügen wolle. Wie unlutherisch ist es, Jemanden als Glaubensbruder in eine Glaubensgemeinschaft aufzunehmen, ihm die Bruderhand zu reichen, und ihn dann erst zu bitten und zu fragen, ob er auch ein Bruder sein wolle. Ein niederträchtiges „Mum, Mum machen“ in Glaubenssachen. — Wie ganz unbiblisch, sich mit falschen Lehrern zu ver⸗ einigen, und zwar so nahe, daß es keine innigere brüderliche Vereinigung auf Erden giebt, nämlich zu gleichem Bekenntniß und Abendmahls⸗Gemeinschaft, vor denen man sich doch „vorsehen soll“, von denen man „weichen soll“, „ausgehen und sich absondern“, die man „nicht zu Hause nehmen und grüßen soll.“ — Aber was hat die General⸗ Synode mit dem Worte Gottes zu thun, wo sich dasselbe untersteht ihrer Klugheit, ihren Plänen in den Weg zu treten? Der saubere Beschluß zur Aufnahme der Melanchthon⸗Synode wurde von Herrn Dr. Krauth jr. dem ehrwürdigen body vorgelegt, er lautet so: „Resolved: that we cordially admit the Melanchthon Synod, and would affectionately request the brethern of that Synod, to express officially, with a clearness which shall remove all doubt, their adhesion to the principles of Synodical division recognized by the General Synod (Art. 3, Sect. 8) and we would fraternally solieit them to consider if the removal from their doctrinal basis of the para- graph in regard to certain alleged errors would not tend to the pro- motion of mutual love and the furtherance of the objects for which we are laboring together.“ — Was ist das für eine kirchliche Körperschaft, die sich ohne die größte Indignation einen solchen Beschluß auch nur anbieten läßt? Erst also soll man die Melanchthon⸗Synode "cordially" herzlich, mit Liebe und Freude zulassen. Warum denn mit Liebe? Was hat sie denn Lie⸗ benswürdiges an sich? Greift sie doch den Augapfel der luth. Kirche, ihr Be⸗ kenntniß an, reißt sie dasselbe doch in Stücke, bringt sie doch "poison", stiehlt sie doch den Christen die Mittel zur Seligkeit. Und nachdem man sie auf⸗ genommen, will man sie brüderlich ersuchen zu bedenken, ob die Entfernung eines Paragraphs in ihrer Lehrbasis in Beziehung gewisser angegebener Irr⸗ thümer nicht dahin zielen würde, die gegenseitige Liebe und das gemeinschaft⸗ liche Werk zu fördern. Kann es auch eine erbärmlichere Leisetreterei, Etwas Weibischeres geben, als solches Geschwätz! Also nicht einmal so viel Männ⸗ lichkeit hat man, nicht einmal so viel Muth, daß man einem Dr. Kurtz und Genossen gegenüber die Bitte um Aenderung des Lehrparagraphen direkt auszusprechen wagt. Nein, man bittet nur brüderlich zu beden⸗ ken, ob die Veränderung nicht dahin zielen würde gegenseitige