# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1859_S197 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Einige Glossen über die diesjährigen Sitzungen der sogenannten ꝛc. 197 Der wichtigste Gegenstand der Berathungen, weil den Glauben und das Bekenntniß betreffend, der die Gemüther auch am tiefsten aufregte, waren die Verhandlungen über die Aufnahme der Melanchthon⸗Synode, welche sich von der Maryland⸗Synode getrennt hat und deren Bekenntniß so schlecht und die Wahrheit verleugnend ist, daß selbst G.⸗Synodalisten entschieden ihre Mißbilligung dagegen aussprachen. So sagte z. B. Dr. Mann: "he doubted not, there was much good in the constitution of the Melanchthon Synod; he would not however eat bread, though there was much good flour in it, if there were poison in the same." Ferner Dr. Krauth jr.: "The M. Synod does not appear to clearly recognize the doctrines of the Bible as tought by our Church." Dr. Stohlmann. „Er müsse schon gegen den Namen „Melanchthon“ Synode protestiren, denn der Name sei nicht Melanchthon zu ehren angenommen, denn der sei ja der Verfasser der Augsb. Confession, darum should the brethren of the M. Synod not cut to pieces the confession, which is the work of that good man.“ Bekannt⸗ lich verwirft die Melanchthon⸗Synode, wie die Plattform⸗Synoden über⸗ haupt, die Schriftlehre von der Absolution, von der wahrhaften, realen Gegenwart des Leibes und Blutes Christi im hl. Abendmahle, von der Wie⸗ dergeburt durch das Sacrament der hl. Taufe ꝛc., schimpft diese göttlichen Wahrheiten als "errors" und als „römische Ueberbleibsel.“ — Was sagt nun das Wort Gottes, wie soll sich ein Christ gegen solche Leute auf die rechte, Gott wohlgefällige Weise verhalten? Das Wort Gottes geht doch noch über die Constitution der General⸗Synode? Die G.⸗Synode wird doch noch nicht so tief gesunken sein in ihrer amerikanischen Entwickelung, daß sie auch das Formal⸗Princip der Reformation, daß die hl. Schrift alleinige Regel und Richtschnur in allen kirchlichen Dingen sei, als Etwas, freie Männer Knechtendes von sich wiese und dafür ihre, in Freiheit selbst fabricirte, Constitution zum Pabst machte, der die Gewissen mehr binden soll, als das Wort Gottes? Christus sagt: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten“, aber nicht: der wird die Lumpen⸗Constitution der G.⸗Synode halten und mein Wort verachten. Und dennoch wird in der G.⸗Synode sehr viel von der Constitution und Nichts vom Worte Gottes geredet. Gottes Wort sagt aber also Röm. 16, 17.: „Ich ermahne euch aber lieben Brüder, daß ihr aufsehet auf die, die da Zertrennung und Aergerniß anrichten; neben der Lehre, die ihr gelernt habt, und weichet von denselbigen.“ Die aufrichtigen Lutheraner in der G.⸗S. können es nicht leugnen, und leugnen es auch durchaus nicht, daß die Melanchthon⸗Synode Zertrennung und Aergerniß anrichtet durch ihre Zwingli'schen Irrlehren neben der Lehre, die sie aus der Schrift gelernt haben und als die rechte, lutherische bekennen. Was haben solche nun zu thun, wenn sie nicht einer schändlichen, faulen Liebespolitik, sondern dem Willen ihres Gottes und Herrn folgen wollen? „Weichen von denselbigen“, weichen und wenn auch die G.⸗ Synode tausendmal das Gegentheil beschlösse. Was fragt ein rechtschaffener Christ nach Synodalbeschlüssen, wenn sie gegen das Wort Gottes angehen?