# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1859_S196 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 196 Einige Glossen über die diesjährigen Sitzungen der sogenannten ꝛc. Apostel Paulus will. Sie ist nicht nur nicht fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist, sie ist nicht bloß faul in dieser Christenpflicht, sondern ihr tiefster Geist ist Feindschaft, bittere Feindschaft gegen den hl. Apostel und gegen alle, die es wagen, diese Einigkeit im Geist anzustreben. Man lasse sich ja nicht täuschen durch süße Worte und prächtige Reden. Es versuche einmal Einer und mache Ernst mit dem Fleiß und stelle den Antrag auf der G.⸗Synode: daß z. B. der Zwinglianer Kurtz und Schmucker und der Chiliast Vogelbach, die offenbar mit den Lutheranern nicht in Einigkeit des Geistes stehen, aufgefordert würden zu erscheinen, damit man sie erst in aller Liebe und Ruhe unterweise und für die Wahrheit zu gewinnen suche, und sie dann auffordern, die falschen Lehren zu widerrufen, damit so nur erst einmal eine Einigkeit im Geist gewonnen werde. Das wäre doch in der That Etwas Gott Wohlgefälliges, wie Gehorsam gegen Gott, eine Arbeit des rechtschaffenen Christenthums. Aber es wage nur einer und wolle der Ermahnung des hl. Geistes nachkommen. Welcher Sturm, welche Wuth, welche Bitterkeit würde dann aus den liebevollen Herzen hervorsprühen, welcher Zorn die frommen Leute ergreifen, welche gewaltigen Reden würden ertönen über Glaubenstyrannei, Inquisition, Pabstthum, Lieblosigkeit, Unchristlichkeit. Denn der Geist, dem die G.⸗Synode dient, hat auch so seine hl. Schrift, seine Art Japhet-Bibel und in dieser Teufelsschrift lautet Ephes. 4, 3. ungefähr so: „Seid fleißig zu halten die Einigkeit des Geldbeutels zum Nutzen des geliebten Zions“ d. h. des eigenen Ruhmes, durch das Zulassen von Spaltungen und das feste Bündniß und den entschiedenen Kampf gegen alle, die es wagen wollen, Einigkeit im Geist, einerlei Hoffnung, einen Glauben, einen Sinn, einerlei Meinung und gar auch einerlei Rede anzustreben und dadurch die Einigkeit des Geldbeutels zu gefährden.“ — Das ist das Furchtbare des Teufels, des Lügners von Anfang, daß er die Menschen so verblenden kann, daß sie nicht mehr wissen, was Recht und Unrecht, was Sünde und was Gott wohlgefälliges Werk ist, ja daß gerade das Gute zum Bösen und das Böse zum Guten umgedreht wird. So gilt der G.⸗Synode Ephes. 4, 3. und 1 Cor. 1, 10. offenbar als Sünde und Unverstand und das Gegentheil als Tugend und Weisheit und weil sie nun tugendhaft, klug und weise sein will, so handelt sie natürlich auch demgemäß. So sprach z. B. während den Verhandlungen ein Glied der G.⸗S. gegen einen vorliegenden Beschluß mit einer gewissen Heftigkeit und bloß aus dem Grunde, weil das Wort „Absolution“ darin vorkomme, „er liebe aber das Wort durchaus nicht.“ Hätte nun die G.⸗S. gemäß der Vermahnung des hl. Geistes handeln wollen, nämlich, fleißig sein, zu halten die Einigkeit des Geistes, denn wer das Wort Absolution nicht leiden kann, ist doch in der That sehr uneins mit der hl. Schrift und dem luth. Bekenntniß, so hätte dieses Glied gleich näher befragt und mit aller Liebe und Geduld und tiefen Ernst berichtigt werden müssen. Statt dessen berührte man diese merkwürdige, entweder unaussprechlich dumm oder das Christenthum im Herzen verfolgende Aeußerung gar nicht. Und das heißt dann Liebesgeist, Brudergeist, "admirable Christian feeling." Gott ists Sünde — der General-Synode ist es Tugend!—