# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1859_S175 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Lehre der neuesten Theologie von der Person Christi ꝛc. 175 im Gehorsam des Glaubens den vollen Trost einer gewissen und vollkomme⸗ nen Versöhnung durch den Heiland, der wahrhaftig wahrhaftiger Gott und wahrhaftig unschuldiger und heiliger Mensch war, für Leben und Sterben empfangen, als durch die Fündlein der modernen Theologie, und wenn sie auch noch so anspruchsvoll, noch so scheinheilig, noch so verführerisch auftre⸗ ten, uns die Fundamente unserer Erlösung, die Grundfesten unserer ewigen Hoffnung zerstören lassen. Nun will ich etliche Hauptzeugnisse aus der alten Kirche für die reine Lehre anführen, um zu zeigen, wie in den besten Zeiten die angesehensten Lehrer sich in diesem wichtigen Stücke zu derselben bekannt haben, und daß wir Lutherischen in Einheit des Glaubens und der Lehre stehen mit der wahren Kirche aller Jahrhunderte. 1. Das Concil zu Chalcedon (451) beschloß also: „Den einigen Jesum Christum, den eingebornen Sohn und Herrn, erkennen wir in zweien Naturen unvermischt, unverwandelt, unzertrennt, ungesondert, so daß der Unterschied der Naturen keineswegs durch die persönliche Vereinigung aufgehoben sei, sondern daß vielmehr beider Naturen Eigenschaften behalten werden und in Eine Person zusammenkommen.“ Leo der Große (†461) sagt: „Der da ein wahrhaftiger Gott ist, der ist auch ein wahrhaftiger Mensch, weil in Einer Person zusammen sind des Menschen Niedrigkeit und die Hoheit der Gottheit. Denn wie Gott nicht geändert wird durch die Erbarmung, so wird der Mensch nicht verzehrt durch die Majestät. Denn beide Naturen wirken eine jede mit Gemeinschaft der andern, was einer jeden Eigenschaft ist, indem das Wort nämlich wirkt, was des Wortes ist, und das Fleisch verrichtet, was des Fleisches ist. Eins schei⸗ det und leuchtet in den Wunderwerken, das andere wird unterdrücket im Leiden.“ Es ist unbegreiflich, wie Ebrard behaupten kann, daß seine Lehre die von Leo und vom Concil zu Chalcedon vertretene sei. Ich halte es für völlig genügend zu seiner Widerlegung, einfach in Vorstehendem die betreffenden Worte aus der Epistola Synodica von Leo und aus den Beschlüssen des Chalcedonischen Concils angeführt zu haben. 2. Chrysostomus (†407): Nicht das sündliche Fleisch hatte Christus, doch hatte er, was die Natur betrifft, dieselbe wie wir. Cyprian (†258): Es ist keine Schmach, sondern eine Gnade Gottes, wenn das, was geringer scheint, mit dem Herrlicheren vereinigt wird, da die niedrigere Natur nicht mit dem Schimpf und der Schande der Sünde be⸗ haftet ist. Johannes von Damascus (†n. 750): Wie er alles hat, was der Vater hat, außer dem Nichtgeborensein, so hat er alles, was Adam hat, mit allei⸗ niger Ausnahme der Sündhaftigkeit. 3. Athanasius: Das Wort ward Fleisch, nicht indem es in das Fleisch aufgelöst ward, sondern indem es das Fleisch an sich nahm. Theoderet (†um 457): Obgleich die Gottheit mit der Menschheit ver⸗