# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1859_S170 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 170 Ueber die Lehre der neuesten Theologie von der Person Christi ꝛc. göttliche Wesen, von denen das im Sohn subsistirende sich verändert und erniedrigt, also für jene Zeit selbst aufgehoben und vernichtet hätte, während die beiden andern oder das andere in göttlicher Hoheit unverändert verblieben wäre. Solche Thorheiten, solche unsinnige und widerbiblische Irrthümer, welche die ewige Wahrheit in ihren ersten Prinzipien zerstören und verkehren, schließt diese falsche Lehre in sich. Auf solchem Sumpfe führt dies neue Irr⸗ licht seinen verführerischen Gaukeltanz auf. Wer wird nicht von Betrübniß und Schmerz erfüllt, daß sonst so treffliche Männer, so große Theologen, so hell leuchtende Sterne am Firmamente der christlichen Wissenschaft sich vom Teufel solche Stricke der Lüge überwerfen lassen, deren sich jeder Katechis⸗ musschüler erwehren kann, wenn er nur im Glauben beim einfältigen Wort Gottes bleibt und dem heiligen Geist mehr traut als der eigenen tollen Ver⸗ nunft, die in Sachen des Glaubens doch nur Thorheit und Greuel zu Tage bringen kann. Dazu lehrt auch die heil. Schrift, daß nicht blos vor der Menschwerdung und nach der Erhöhung, was jene Gelehrten auch nicht leugnen, in dem Sohne die ganze unverkürzte und beschränkte Fülle des göttlichen Wesens und die vollständige, unverletzte Gesammtheit der göttlichen Eigenschaften war und ist, sondern sie sagt dies insonderheit auch ausdrücklich vom Sohne aus während der Zeit der Erniedrigung der Person Christi. In dieser Zeit hat der Sohn von sich gesagt: „Ich und der Vater sind Eins“, d. h. Ein Wesen, das also ebenso ganz und unverkürzt des Sohnes, wie des Vaters Wesen ist, und zwar in der Zeit der Erniedrigung der Person Christi. Denn es heißt: „wir sind Eins, und nicht: wir waren Eins oder werden Eins sein“. Das⸗ selbe bezeugen die Worte: „Wer mich siehet, der siehet den Vater“. „Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist“, nämlich durch die Einheit des Wesens. Daß der Sohn auch in dieser Zeit alle und jede göttlichen Eigenschaften ohne Ausnahme als eigene besessen hat, sagt Joh. 16, 15: „Alles, was der Vater hat, das ist mein“. Durch Matth. 11, 27: „Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater“ sagt der Herr von sich in der Zeit der Erniedrigung seiner Person aus, daß er allmächtig, allwissend und allgegenwärtig sei. Denn wenn ihm auch alle Dinge damals unter⸗ geben waren, wenn er auch damals wirklich und wahrhaftig der Herr des Himmels und der Erde gewesen ist, so muß er nothwendig die volle göttliche Allmacht, Allwissenheit und Allgegenwart besessen haben, eben so ganz und unverkürzt wie vor der Menschwerdung und nach der Erhöhung. Daß aber Christus in der Erniedrigung seiner Gottheit nach auch die ihm eigene Allmacht, Allgegenwart und Allwissenheit thatsächlich gebraucht und also während er seiner Menschheit nach in Knechtsgestalt auf Erden ging, als der wahre Gott mit dem Vater und heiligen Geiste, in göttlicher Kraft und Majestät die Welt erhalten und regiert hat, das sagt er ausdrücklich Joh. 5, 19.: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von selbst thun, denn was er siehet den Vater thun; denn was der selbe thut, das thut gleich auch der Sohn“. Und daß da keine Einschränkung auf