# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1859_S161 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang V. Juni 1859. No. 6. (Eingesandt von Conrector Schick.) Ueber die Lehre der neuesten Theologie von der Person Christi im Stande der Erniedrigung. Wie Gott Einer ist, so ist auch die Wahrheit, die von Gott und seinem Wirken zu unserer Erlösung zeugt, eine einige. Man kann sie darum nicht in einem einzelnen Stücke verletzen und fälschen, und die anderen Stücke unversehrt lassen: sondern wenn in eine Lehre der Irrthum eindringt, so werden davon nothwendig die übrigen Lehren mitberührt und zwar diejenigen am meisten und deutlichsten, welche im nächsten und unmittelbarsten Zusammenhange mit der gefälschten stehn. Wenn am Leibe ein Glied verletzt oder krank wird, so bleibt die Verletzung und Krankheit nicht blos auf dasselbe beschränkt, sondern unwiderstehlich dringt sie in die nächstliegenden Glieder vor, bis auch der Mittelpunkt des leiblichen Lebens, das Herz, ergriffen wird, und je gefährlicher sie ist, desto mehr wird der ganze Leib mit ins Leiden und in den Schaden hineingezogen. So ist's auch mit der göttlichen Wahrheit. Leidet ein Glied, so leiden alle Glieder. Der rechte Herzpunkt aber im Organismus der christlichen Lehre ist das Lehrstück von der Person Christi. Dies wird von allem Schaden, der irgend eine der Fundamentallehren unsers Glaubens trifft, unmittelbar oder mittelbar mitbetroffen. Es kann nicht rein und lauter bleiben, wo die Lehre von der Dreieinigkeit, vom Abendmahl, von der Rechtfertigung und damit zusammenhängende Grundartikel gefälscht sind, und wäre es auch durch einen scheinbar noch so geringen Irrthum. Und ebenso muß auch jede Abweichung von der geoffenbarten Wahrheit in der Lehre von der Person Christi eine Fälschung der übrigen Lehren nach sich ziehn, und zwar zunächst und am deutlichsten der damit unmittelbar zusammenhängenden Lehren; gleichwie wenn das Herz krank oder verletzt wird, auch alsbald die übrigen Glieder des Leibes von dem Leiden und Schaden mitergriffen werden. Es ist darum diese Lehre von der höchsten Wichtigkeit. Sie ist der Punkt, wo in den theologischen Systemen die kleinen und großen Abweichungen von der ewigen Richtschnur des Wortes Gottes am schlagendsten und zugleich im vollen Greuel ihrer Widerwärtigkeit zu Tage kommen; und von wo aus, wenn in ihr der Irrthum beginnt, sich derselbe wie eine giftige Pest über