# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1859_S153 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Chiliasmus. 153 serer Prediger längst aufgegeben; obzwar einige wenige der älteren deutschen Lehrer und Gemeindeglieder sie noch behalten. Ueber die Art und Bedeutung der Gegenwart des HErrn im Abendmahl wird, wie in der evangelischen Kirche Deutschlands, Freiheit erlaubt. Die Mehrheit unserer Prediger glauben an eine besondere Gegenwart und einen besondern Segen des HErrn, aber nur geistlicher Art. Die Taufe nimmt das Subject in die sichtbare Kirche Gottes auf; auch versichert sie dem Kinde die Vergebung der Sünde, dem Erwachsenen aber, nur wenn er wahrhaftig bußfertig ist und lebendigen Glauben an Christum übt. — Das Columbus⸗Seminar, in dessen Verwaltung einige neulich angekommene Theologen die Oberhand erhielten, und es fast ausschließlich deutsch und altlutherisch machen wollten, wurde bald von den Amerikanern verlassen und ist nun suspendirt.“ Diese Erklärung war, wie folgt unterzeichnet: „Dr. S. S. Schmucker, Professor der Theologie an dem Seminar der Generalsynode der luth. Kirche zu Gettysburg, Penns. Dr. B. Kürtz, Herausgeber des Luth. Observer zu Baltimore, Md. Dr. H. N. Pohlmann, Pastor der luth. Kirche zu Albany, N. Y. Dr. J. G. Morris, Pastor der ersten luth. Kirche zu Baltimore, Md. Ehrw. H. J. Schmidt, Professor am Seminar zu Hartwig, im Staat New York.“ Die Rudelbach⸗Guericke'sche und die Erlanger Zeitschrift haben in dem Jahrgang 1846 diese Erklärung vollständig mitgetheilt als ein Zeugniß von dem Abfall der Generalsynode von lutherischer Lehre und Praxis und deren „kläglichem“ Zustand. Widerrufen ist dies Document nie worden! ———— (Eingesandt.) Chiliasmus. Berlin, 14. Jan. Der „Evangelische Kirchliche Anzeiger“ erzählt heute Folgendes: Der Schwärmer Israel Pick, welcher vor einigen Jahren in Breslau vom Judenthum zum Christenthum übertrat und nach manchem Herumschweifen und Schriftstellern in der Rheinprovinz die „amen'sche“ Gemeinde, sogenannt nach „Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge,“ gebildet hat, ist im vergangenen Sommer nach Jerusalem gekommen und daselbst verschwunden. Die genannte Secte glaubt nämlich, sie müsse nach dem Gebirge Moab auswandern, um den Schrecken der Jetztzeit zu entrinnen. Israel Pick hat sich etwa sechs Wochen in Jerusalem aufgehalten, sich über seinen *) Nichts desto weniger geben jedoch die Unterzeichner zu verstehen, daß sie keinesweges Nativisten seien. Sie schreiben: „Obzwar wir Americaner sind, so sind wir doch aus deutschem Stamm entsprossen, deutsches Blut wallt in unsern Adern, wir sind auf unsere deutsche Herkunft stolz.“ Jetzt nach der Knownothings⸗Bewegung würden die Herren nicht mehr so schreiben, wenigstens haben wir aus der Generalsynode neuerer Zeit ganz anders singen hören.