# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1859_S151 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lobrede auf die Generalsynode. 151 würde er mehr von seinem Geiste, mehr von seinem Character, mehr Eifer für die Seelen, mehr Eifer für die Wahrheit, einen muthigeren Kampf mit dem Pabste, dem Teufel und ihren Werken — mehr von all' den edeln Elementen, welche dem großen Reformator eigen waren, finden, als irgendwo anders. Wenn darum irgend ein Theil unserer Brüder, mögen sie Skandinavier, Deutsche oder Amerikaner sein, sich vermessen, den lutherischen Character der Generalsynode in Zweifel zu ziehn, so können wir nicht umhin, sie wegen ihres Mißverstands zu bemitleiden oder wegen ihrer hochmüthigen Anmaßung zu verachten. Es würde für unsere skandinavischen Lutheraner in Wisconsin viel besser sein, sich um die Anstalten zu Springfield zu schaaren, wo schon eine skandinavische Professur errichtet ist, als von der Errichtung eines Norsk College in ihrem eigenen Staate zu reden; und besser, sofort ein Theil der Generalsynode zu werden, als sich Vorurtheilen und falschen Darstellungen in Bezug auf dieselbe hinzugeben. Wir können sie versichern, daß die Generalsynode eine gesunde lutherische Gemeinschaft ist, wahr und treu; und wenn sie selbst gute Lutheraner sind, so werden wir sie in unsern Reihen willkommen heißen. Wenn Skandinavier, oder Deutsche, oder Franzosen, oder Irländer, oder Schotten in dies Land wandern, so sollten sie mit dem Entschluß kommen, so schnell als möglich in Geist und Sprache Amerikaner zu werden. Sie sollten eine Liebe für die Institutionen des Landes hegen. Kommen sie mit kirchlicher Gesinnung, so sollten sie die Kirche annehmen, wie sie dieselbe finden. Da sie eine lutherische Kirche in diesem Lande haben, so sollten alle unsere lutherischen Einwanderer sich mit der lutherischen Kirche vereinigen, wie sie in diesem Lande besteht, von Herzen und in voller Zahl in die lutherische Gemeinschaft in Amerika eintreten. Sie können es mit Sicherheit thun, denn sie finden hier eine lutherische Kirche, die rein, evangelisch, orthodox, voll Interesse für alle Angelegenheiten des Reiches Christi und in Harmonie mit dem Geiste unserer politischen Institutionen sind. Es ist vergeblich, hier europäische Einrichtungen einzuführen oder europäische Sprachen zu erhalten zu suchen. Die amerikanische Sprache und die amerikanischen Kirchen werden in diesem Lande die Herrschaft führen. Es ist schismatisch, wenn Lutheraner eine Körperschaft im Gegensatz gegen die Generalsynode bilden wollen, welche eine Grundlage hat, die breit genug und gut genug ist für alle Lutheraner in diesem Lande, mögen sie eingeboren oder in der Fremde geboren sein.“ Hierzu erlauben wir uns jene Protestation hinzuzufügen, mit welcher Luther sein Glaubensbekenntniß von 1528 einleitet: „Ob jemand nach meinem Tode würde sagen: Wo der Luther jetzt lebte, würde er diesen oder diesen Artikel anders lehren und halten, denn er hat ihn nicht genugsam bedacht ꝛc. Dawider sage ich jetzt als denn und denn als jetzt: daß ich von Gottes Gnaden alle diese Artikel habe aufs fleißigste bedacht, durch die Schrift und wieder herdurch oftmals gezogen und so gewiß dieselbigen wollte verfechten, als ich jetzt habe das Sacrament des Altars verfochten. Ich bin ietzt nicht trunken, noch unbedacht; ich weiß, was ich rede; fühle auch wohl,